Polnische Fluglinie LOT weiter in der Krise

13. August 2009, 15:08
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Passagierzahlen sanken im ersten Halbjahr um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - Verlust 2008 von 178 Millionen Euro bestätigt

Warschau - Die staatlich kontrollierte polnische Fluggesellschaft LOT kämpft weiter mit großen Problemen. Im vergangenen Jahr erzielte sie einen Netto-Verlust von 730 Mio. Zloty (178 Mio. Euro), wie der Vorstandsvorsitzende Sebastian Mikosz bei einer Pressekonferenz erklärte. Das Minus fiel damit noch höher aus als Experten schätzten. Das erste Halbjahr 2009 brachte einen Verlust von 178 Mio. Zloty. "Das schlimmste haben wir aber noch vor uns", erklärte Mikosz.

Denn die Passagierzahlen nahmen im ersten Halbjahr um 11 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ab. Besonders kritisch könne die Lage des Unternehmens im Winter werden, wenn das Flugaufkommen auch saisonal bedingt niedriger sei, so der Vorstandsvorsitzende Mikosz. Zwischen Mai und Juli zeigte das Unternehmen allerdings bessere Ergebnisse als in den Vormonaten, unter anderem wegen der gesunkenen Öl-Preise. LOT gab die Einsparungen an die Kunden weiter und erreichte dadurch eine größere Auslastung der Flugzeuge.

Immerhin gelang es LOT, eine Einigung mit den Gläubigern über eine Reduktion der Schulden um 200 Mio. Zloty zu erreichen. Außerdem kündigte der Vorstand den Unternehmens-Tarifvertrag, der den Angestellten Prämien unabhängig vom Erfolg der Firma zusicherte. Experten begrüßen die Sparmaßnahmen, vermissen jedoch ein neues Konzept der polnischen Fluglinie. "Das bisherige Geschäftsmodell, mit einer großen Zahl von Flugzeugen überall hin zu fliegen, hat sich nicht bewährt", sagte Wlodzimierez Rydzkowski, Professor für Transportpolitik an der Universität Gdansk (Danzig), der Zeitung "Gazeta Wyborcza".

Rydzkowski rät zu einer Privatisierung der Fluglinie, am besten an die deutsche Lufthansa. "Ich sehe nur die Lufthansa als Unternehmen, das Interesse haben könnte", so Rydzyk. Im jüngst aktualisierten Privatisierungsplan der Regierung für das heurige und das kommende Jahr taucht die LOT nicht auf, obwohl die Regierung schon im März mögliche Interessenten weltweit über ihre Verkaufsabsichten informierte. (APA)

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