Autor Tashi Rabten im Gefängnis vermutet

13. August 2009, 14:41
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Regimekritischer Literat seit Ende Juli vermisst

Wien - Der junge tibetische Autor und Student Tashi Rabten (Künstlername Therang), der seit Ende Juli nicht mehr gesehen worden ist, könnte von chinesischen Sicherheitsbehörden festgenommen und inhaftiert worden sein. Ein Tibeter aus der Provinz Sichuan (der große Teile Ost-Tibets eingegliedert wurden), woher auch Rabten stammt, sagte laut einer Aussendung des Vereins "Save Tibet" unter Wahrung seiner Anonymität gegenüber Radio Free Asia, Rabten sei festgenommen worden und werde vermutlich im Haftzentrum des Büros für öffentliche Sicherheit in Barkham festgehalten.

"Mit Blut geschrieben"

Tashi Rabten sei am 17. Juli in seinem Heimatort angekommen, neun Tage danach wurde er laut der Mitteilung vermisst. Er habe Verwandte angerufen und ihnen mitgeteilt, er könne nicht mehr kontaktiert werden, wobei er hiefür keinen Grund angegeben habe, so eine Quelle aus Ngaba. Nach den tibetischen Protesten von 2008 war Rabten von chinesischen Sicherheitskräften bewacht worden. Sein Ende 2008 erschienenes regierungskritisches Buch "Mit Blut geschrieben" war laut der anonymen Quelle verboten worden.

Auf einem tibetischen Blog wurde über Rabten nach dessen Verschwinden geschrieben: "Wenn alle Leute, die Liebe zu unserer Nation empfinden und alle mutigen jungen Leute einfach verschleppt werden, wozu dann Parolen rufen und die Fäuste in die Luft recken? (...) Sollten wir nicht um dieses großen Denkers Willen aufstehen?"

Unterdessen wurde die Gedichtssammlung eines tibetischen Schülers veröffentlicht, der sich voriges Jahr das Leben genommen hatte. Yung Lhundup war einer jener Schüler, die im März des Vorjahres die chinesische Flagge heruntergeholt, verbrannt und sie durch tibetische Begrüßungsschals (Khatags) ersetzt hatten. Lhundup erklärte in seinem Abschiedsbrief, er habe sich umgebracht, "um durch sein Opfer zu beweisen, dass es keine Freiheit und keine grundlegenden Menschenrechte in Tibet gibt", wie es auf der Homepage der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) heißt. Der Gedichtband wurde unter dem Titel "Das gefangene tibetische Volk" herausgebracht. (APA)

 

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