"Flüsse voller Leben" brauchen Schutz

13. August 2009, 13:14
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WWF warnt vor dem Bau Hunderter weiterer Wasserkraftwerke in Österreich - Masterplan gefordert

Wien - Bis zum Jahr 2020 sollen der Umweltschutzorganisation WWF zufolge Hunderte weitere Wasserkraftwerke in Österreich errichtet werden und somit die noch verbleibenden 20 Prozent natürlichen bzw. naturnahen Flüsse verbaut werden. Deshalb tourte die Organisation die vergangenen zwei Wochen mit einer Informationskampagne durch das Land: Eine Petition zur Schaffung eines Flussschutzgesetzes hätten bereits rund 1.500 Menschen unterschrieben, sagte der stellvertretende Geschäftsführer, Andreas Wurzer, bei der Abschlusspressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Bis 2020 sollen nach Angaben der Umweltschutzorganisation 60 große und etwa 1.300 Kleinwasserkraftwerke in Österreich gebaut werden. Die Wasserkraftnutzung decke derzeit rund 60 Prozent des heimischen Gesamtstromverbrauchs. Aber auch beim Totalausbau der österreichischen Flüsse, deren Wasserkraftpotenzial bis 2020 laut Energiewirtschaft bei 7.000 Gigawattstunden liegt, könnte man nur den derzeitigen Stromverbrauchszuwachs in den kommenden sechs Jahren abdecken, so die Umweltschützer.

Masterplan gefordert

"Es ist kein absolutes 'Nein' zur Wasserkraft - aber nur dort, wo es verträglich ist", meinte WWF-Österreich-Präsident Helmut Pechlaner. Er forderte von den verantwortlichen Politikern einen Masterplan zum gesetzlichen Schutz der Flüsse. Pechlaner erklärte, die Natur sei unwiederbringlich, weshalb es wie für den Denkmalschutz eine Naturschutzbehörde geben sollte. "Der geringe Nutzen neuer Wasserkraftwerke steht in keinem Verhältnis zur Zerstörung der Landschaft", sagte der Direktor des Naturhistorischen Museums Wien, Bernd Lötsch.

Die Umweltschützer forderten einen Dialog mit allen beteiligten Interessengruppen und die Forcierung des Energiesparens und erneuerbarer Energieträger. Die Kampagne soll im Herbst fortgesetzt werden: Dann soll auch die Petition für ein Flussschutzgesetz im Nationalrat eingebracht werden. Über die Plattform "Flüsse voller Leben" rufe man zusammen mit verschiedenen Partnerorganisationen wie zum Beispiel dem Österreichischen Fischereiverband zum Unterschreiben auf; damit vertrete man rund eine halbe Million Österreicher. Auch bekannte Persönlichkeiten wie der zweifache Olympiasieger Roman Hagara und Kajak-Weltmeisterin Uschi Profanter unterstützen die Offensive. (APA)

  • Artikelbild
    foto: wwf/johann jaritz
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