Zwei Menschenrechtler verhaftet

    13. August 2009, 12:39
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    Erstes Urteil: Zehn Jahre Haft - Bürgerrechtlern vom Prozess als "Schmierentheater"

    Taschkent/Wien/Frankfurt - Zwei Mitglieder der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sind nach Angaben der Organisation in Usbekistan verhaftet worden. Ojasimchon Chidirowa und Solidschon Abdurachmanow, letzterer wurde bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt, seien wegen Terrorismus, Extremismus oder Steuerhinterziehung angeklagt worden, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Die IGFM stelle mit großer Besorgnis eine zunehmende Verfolgung von Menschenrechtlern, besonders in entlegenen Regionen Usbekistans, fest.

    Chidirowa, deren Hauptwohnsitz in Frankfurt am Main liegt, sei Anfang August im Gebiet Dschisak in Süd-Usbekistan verhaftet worden. Laut IGFM setzte sie sich für schutzlose Bauern, die von korrupten Gebietsverwaltungen enteignet wurden ein. Nach offiziellen Angaben sei sie wegen Steuerhinterziehung verhaftet worden. Dieser Grund diene allerdings nur der Verschleierung, kritisierte IGFM. Man sehe vielmehr einen "Racheakt" der korrupten Gebietsleitung von Dschisak.

    Juristisches "Schmierentheater"

    Solidschon Abdurachmanow wurde nach IGFM Angaben bereits im Oktober verhaftet. Der Leiter der Karakalpakischen Arbeitsgruppe der IGFM-Sektion Usbekistan sei aufgrund nachweislich konstruierter Vorwürfe zu 10 Jahren Haft verurteilt worden, teilte die IGFM mit. Seine Festnahme, der gesamte Ablauf des Untersuchungsverfahrens und der Prozess seien von usbekischen Bürgerrechtlern als "Schmierentheater" bezeichnet worden. Abdurachmanow ist laut IGFM als entschiedener Gegner der Kinderarbeit bekannt. Er habe sich in Vorträgen an Schulen gegen die in Usbekistan übliche Praxis eingesetzt, in den Sommermonaten alle Schulkinder außerhalb der Großstädte zur Pflück- und Akkordarbeit in den Baumwollfeldern einzusetzen. (APA)

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