TV-Sender bringt Aufnahme von serbischen Spionen

13. August 2009, 12:18
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Vermeintliche Mitarbeiter des serbischen Nachrichtendienstes waren um Falschaussagen über Handel mit Organen bemüht

Pristina - Der kosovarische TV-Sender RTK hat eine Aufnahme von drei vermeintlichen Mitarbeitern des serbischen Nachrichtendienstes BIA gesendet, die versuchten, ihre Landsleute zu Falschaussagen über den mutmaßlichen Handel mit Organen von im Jahr 1999 im Kosovo gekidnappten Serben anzustiften. Alle drei wurden im Juni bei einer Aktion der kosovarischen Polizei festgenommen. Die BIA hatte daraufhin bestritten, dass es sich um ihre Mitarbeiter handeln würde. Im Gespräch mit einem potenziellen Zeugen hatten die drei Männer, wie in der von RTK ausgestrahlten Aufnahme zu sehen ist, behauptet, dass Serbien auch bis zu 100.000 Euro für Falschaussagen in diesem Fall zu zahlen bereit wäre.

Mangel an Beweisen

Die frühere Chefanklägerin des Haager UNO-Kriegsverbrechertribunals, Carla del Ponte, hatte in ihrem im Vorjahr veröffentlichten Buch "La caccia" (dt. Titel: "Im Namen der Anklage") über diese mutmaßlich in Albanien verübten Verbrechen berichtet. Das Haager Tribunal hatte sich 2004 damit befasst, wegen mangelnder Beweise allerdings nie Ermittlungen eingeleitet.

Die Belgrader Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen ermittelt seit eineinhalb Jahren zum mutmaßlichen Organhandel. Damit ist seit Juni 2008 auch ein Sonderberichterstatter des Europarates, Dick Marty, befasst, der im Rahmen seiner Ermittlungen kürzlich Belgrad und Tirana besuchte. (APA)

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