"3" meldet 773.000 Kunden - Umsatz sank 2008 um sechs Prozent

13. August 2009, 11:23
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"Unsere Einschätzung, dass die Zukunft in mobilem Breitband liegt, bestätigt sich"

Der kleinste heimische Mobilfunkanbieter "3" konnte im ersten Halbjahr seine Kundenzahl um 18 Prozent auf 773.000 steigern. Gegenüber dem 1. Halbjahr 2008 konnte die Zahl um 34 Prozent angehoben werden. Das von der Regulierungsbehörde RTR deutlich gesenkte Zusammenschaltungsentgelt schlug aber auf den Umsatz voll durch, der um sechs Prozent auf 82 Mio. Euro nachgegeben hat, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einer Aussendung mit. Der Wertkartenbereich verlor 18 Prozent an Umsatz, der Vertragskundenbereich 6 Prozent, geht aus der Halbjahresbilanz des Mutterkonzerns Hutchison hervor. Im Wertkartensektor machte "3" allerdings auch nur 2,3 Mio. Euro Umsatz.

Aggressive Preispolitik

Mitbewerber hatten in der Vergangenheit die aggressive Preispolitik insbesondere bei mobilen Datenkarten kritisiert und gemeint, damit könne "3" nichts verdienen. Der durchschnittliche Kundenumsatz lag heuer bei 27,04 Euro, ein Minus von 18 Prozent gegenüber dem Jahresende 2008. Demgegenüber ist durch das überdurchschnittliche Wachstum der mobilen Breitbandkunden der Non-Voice Anteil am Gesamtumsatz der letzten zwölf Monate auf 43,9 Prozent  gestiegen.

Innerhalb der internationalen "3"-Gruppe hat der österreichische Konzern nach Eigenangaben das stärkste organische Wachstum hingelegt. Außerdem sei man klarer Marktführer bei Datenkarten, betonte "3"-Österreich-Chef Berthold Thoma. "Unsere Einschätzung, dass die Zukunft des Mobilfunks in mobilem Breitband liegt, bestätigt sich immer wieder auf eindrucksvolle Weise."

Das Halbjahresergebnis sieht er als "Spiegel der momentanen Marktentwicklung und der massiven regulatorischen Eingriffe".

Großes Wachstum bei Handy- und Datenverträgen

Thoma: "Unser Umsatz ist durch eine im Vergleich zum Wettbewerb enorme Kürzung unserer Terminierungsentgelte von 9,8 Cent auf 4,5 Cent für jede ankommende Sprachminute extrem belastet worden. Sowohl diese extreme Belastung als auch Umsatzeinbußen durch fortwährenden Preiskampf am Markt konnten wir nahezu durch ein außerordentlich großes Wachstum bei Handy- und Datenverträgen ausgleichen."

Mobilfunkmarkt

Erst kürzlich hatte der zweitgrößte Anbieter, T-Mobile Austria, seine Halbjahreszahlen bekanntgegeben. Der Umsatz ging im 1. Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 522 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab um 12,8 Prozent auf 123 Mio. Euro nach. Die Regulierungsmaßnahmen bei Terminierung und Roaming habe T-Mobile einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet, sagte Finanzchef Wolfgang Kniese im Gespräch mit der APA. Die Kundenzahl stieg im 1. Halbjahr 2009 leicht um 3,2 Prozent auf 3,402 Mio. Kunden. Der drittgrößte Anbieter, Orange, veröffentlichte keine gesonderten Zahlen zu Österreich und führt die Alpenrepublik in der Halbjahresbilanz unter der Rubrik "rest of the world". Marktführer Mobilkom veröffentlicht kommende Woche Mittwoch seine Zahlen. Hinter der Mobilkom steht die Telekom Austria, hinter T-Mobile die Deutsche Telekom, hinter Orange die France Telecom.

Start 2006

"3" ist eine Tochter des chinesischen Mischkonzerns Hutchison. Das Unternehmen ist im Mai 2003 als reiner UMTS-Anbieter gestartet. Nach Ansicht der Mitbewerber Mobilkom, T-Mobile und Orange ist mit vier Netzbetreibern in Österreich einer zu viel am Markt. Und das sei "3". Thoma wiederum freut sich über den intensiven Wettbewerb im Sinne der Kunden. Der Mutterkonzern hat jedenfalls eine volle Kriegskasse. Das Betriebsergebnis betrug im ersten Halbjahr 18,032 Mrd. Hongkong Dollar (1,64 Mrd. Euro). Allerdings betrug es im 1. Halbjahr 2008 noch 29,947 Mrd. Hongkong Dollar. Weltweit hat die "3"-Gruppe 25,3 Millionen Telekommunikationskunden, gegenüber Jahresende ist dies ein Plus von 25 Prozent. Der Durchschnittsumsatz pro Kunden lag mit 29,87 Euro etwas über dem heimischen Wert. Im Jahresvergleich ging der Durchschnittsumsatz um elf Prozent zurück. (APA/red)

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