Offensive zum Schutz der Privatsphäre

13. August 2009, 11:03
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"Daily Mail" wegen Fotos des Premiers in seiner Sommerresidenz angezeigt

Rom - Der skandalgeplagte italienische Regierungschef Silvio Berlusconi verliert offenbar die Nerven und startet eine internationale juristische Offensive zum Schutz seiner Privatsphäre. Nachdem der Ministerpräsident in diese Woche zwei Paparazzi angezeigt hat, die ihn in seiner Sommerresidenz auf Sardinien in Bademantel und Schlapfen abgelichtet hatten, erhielt auch die britische Tageszeitung "Daily Mail" eine Anzeige des italienischen Premierministers. Das Blatt hatte am Mittwoch harmlose Bilder eines abgemagerten Berlusconi in Shorts und Jogging-Schuhen veröffentlicht, der auf einem Landungssteg im Park seiner Villa auf die Jacht seiner Tochter Marina wartet.

"Ein Verfolgter"

"Es ist eine Frage des Prinzips. Berlusconi ist ein Verfolgter, dessen Privatsphäre stets verletzt wird. Die Engländer versuchen den Italienern stets Lehren zu erteilen, sind aber die ersten, die sich nicht an die Regeln halten", sagte Nicolo Ghedini, Rechtsanwalt des italienischen Premierministers. "Ich habe das Recht, in Frieden gelassen zu werden, wenn ich im Kreise meiner Familie bin", wurde Berlusconi von der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Donnerstagsausgabe) zitiert.

Seit Monaten steht der italienische Regierungschef im Mittelpunkt einer Skandalreihe um sein Privatleben. Unter anderem geht es um Fotos von Partys in Berlusconis sardischer Villa Certosa im mondänen Badeort Porto Rotondo. An den Partys sollen auch Prostituierte teilgenommen haben. Zuletzt waren Tonaufnahmen veröffentlicht worden, die von einem Gespräch zwischen einem Callgirl und Berlusconi stammen sollen. Zuvor hatte es Gerüchte über seine enge Beziehung mit der heute 18-jährigen Schülerin Noemi Letizia gegeben. Ehefrau Veronica Lario hatte daraufhin die Scheidung angekündigt. (APA)

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