Moseley und Pauer früh im Einsatz

13. August 2009, 11:09
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Sprinter hofft am Samstag aufs WM-Semifinale und Speerwerferin will am Sonntag überraschen

Berlin - Die Terminplanung will es so, dass gleich zwei der vier für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin nominierten Österreicher am Eröffnungswochenende im Einsatz sind. Sprinter Ryan Moseley, geboren auf Barbados, will seine Bestzeit von 10,21 Sekunden angreifen und ins Halbfinale stürmen, die mit 26 Jahren gleichaltrige Speerwerferin Elisabeth Pauer, die ebenfalls bei Welttitelkämpfen debütiert, kann nur überraschen, der Finaleinzug ist bei einer Bestleistung und dem ÖLV-Rekord von 59,01 Metern unrealistisch.

Österreichischen Rekord im Visier

Der mit einer Salzburgerin verheiratete Moseley kam dem ÖLV-Rekord von Andreas Berger (10,15 seit 15. August 1988) heuer bereits sehr nahe, um im Olympiastadion die Traumvorstellung Vorschlussrunde zu erreichen, wird er zumindest seine persönliche Bestleistung anpeilen müssen (Vorläufe Samstag ab 11.40 Uhr). Von Runde zu Runde möchte er schneller werden, dass er den Vorlauf übersteht, ist für Moseley das Minimalziel. Für den HSZ-Sportler ist es nach der Hallen-EM in Turin (Achter über 60 m) und der Militär-WM in Sofia (Silber über 100 m) der dritte größere Einsatz in diesem Jahr.

"Berlin ist ein wichtiger Schritt für mich. Ich möchte mich von Jahr zu Jahr vorwärts entwickeln", nennt Moseley, der in seinem Geburtsland Cricket gespielt hat, seine Pläne. Zu Studienzwecken kam er nach London, wo er seine jetzige Frau Catherine kennenlernte. Und den anerkannten Leichtathletik-Trainer Clarence Callender, womit die Zukunft als Sprinter quasi geebnet war.

Spezialsierte Siebenkämpferin

Etwas anders war der Weg der ehemaligen Siebenkämpferin Elisabeth Pauer, die am Sonntag als erste Österreicherin an einem WM-Bewerb im Speerwurf teilnimmt. Nach der Matura machte die Grazerin die Ausbildung zur Physiotherapeutin, aus Zeitgründen konzentrierte sie sich auf jene Disziplin, die ihr am besten lag. "Am Anfang war es vielleicht nicht ganz das, was mich am meisten interessiert hat, weil ich Hürdenlauf und Hochsprung auch mochte. Aber als ich Erfolg gehabt habe, ist es sehr interessant geworden. Und halt eigentlich am Interessantesten dann, als mich der Gregor angesprochen hat."

Gregor Högler betreut Pauer seit etwas mehr als zweieinhalb Jahren, 13 Meter weiter wirft sie mittlerweile - und es soll noch lange nicht Schluss sein. "Sie hat große Schritte gemacht, technisch hat sie trotzdem noch viel Potenzial, das geht halt nicht in zwei Jahren, da bist du noch immer nicht voll ausgebildet in der Technik", erzählte Trainer Gregor Högler, der jedes Wochenende mit der dann extra aus der Steiermark angereisten Sportlerin auf dem Trainingsplatz in Wien steht. Dass im Herbst die Aufnahme in die HSZ und die Übersiedlung in die Südstadt folgt, sollte einiges an Erleichterung bringen.

Berlin wird für Pauer eine "ganz neue Erfahrung", die Teilnahme am Super-Grand-Prix in London habe ihr gezeigt, dass viel auf die Tagesverfassung ankomme, denn alle Konkurrentinnen hatten eine höhere Bestleistung stehen, doch die Österreicherin behauptete sich als Vierte. "Die Karten werden bei jedem Wettkampf neu gemischt. Ich freue mich sehr auf Berlin, werde mir aber keine Erwartungen setzen. Aber ich möchte möglichst nahe an meine Bestleistung heranwerfen und zeigen, dass auch in Österreich gut trainiert wird", sagte sie im Gespräch.

Finale wäre toll

Nur die besten Zwölf kommen ins Finale, 60 Meter werden dafür nötig sein, Pauer müsste also erneut ÖLV-Rekord werfen. "Es wird sicher sehr spannend werden. Mit dem Finaleinzug rechne ich nicht, aber ich möchte es den anderen nicht unbedingt so leicht machen." Beruhigend sei das Wissen, den Trainer an der Seite zu haben. "Er strahlt viel Ruhe vor dem Wettkampf aus und macht keinen Druck. Das ist sehr angenehm." Ein bisschen trügt der Schein wohl, denn Högler meinte: "Es freut mich, zu sehen, wie sich meine Athleten im Stress verhalten. Ich bin aufgeregter als früher, als ich selbst geworfen habe, denn das habe ich mehr beeinflussen können. Jetzt sitze ich da draußen."

Natürlich würde er sich freuen, könnte Pauer überraschen, aber: "Die anderen sind schon ein bisserl länger im Geschäft. Sie wirft ja erst seit zweieinhalb Jahren so richtig." (APA)

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    Elisabeth Pauer hat laut Trainer Högler noch Potenzial.

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