Suche nach den Opfern des kommunistischen Regimes

13. August 2009, 10:59
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Zwischen 1944 und 1946 dürften zwischen 60.000 und 80.000 Menschen erschossen worden sein

Belgrad - Serbische Behörden sind nun bemüht, ein Verzeichnis von Opfern des kommunistischen Regimes unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg anzufertigen. Die Staatskommission, die auch entsprechende Massengräber aufspüren soll, wird nach Angaben des Staatssekretärs im Justizministerium, Slobodan Homen, bis September gebildet werden. Er hoffe, dass es 60 Jahre nach dem Kriegsende an der Zeit sei, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, sagte Homen für die Tageszeitung "Danas".

Laut einer Studie des Belgrader Historikers Srdjan Cvetkovic wurden zwischen 1944 und 1946 von den kommunistischen Behörden zwischen 60.000 und 80.000 Menschen ohne Gerichtsurteil erschossen. Die Erschießungen wurden landesweit an mehreren hundert Stellen vorgenommen. Südlich von Belgrad durften laut derselben Quelle von den neuen Machthabern rund 35.000 Menschen erschossen worden sein, in der Vojvodina wird die Opferzahl auf 40.000 bis 45.000 geschätzt.

Staatskommission

Eine Staatskommission ist seit April bereits auf der Suche nach dem Grab des serbischen Tschetnik-Führers Draza Mihailovic (1893-1946). Er war während des Zweiten Weltkrieges Anführer der königstreuen Truppen in Serbien. Seine Verbände führten nicht nur Kämpfe gegen die deutsche Besatzungsmacht und die mit ihr verbündeten kroatischen Ustascha-Einheiten, sondern auch gegen die kommunistischen Partisanenverbände. Nach dem Sieg der Partisanenverbände unter Josip Broz Tito war Mihailovic zunächst untergetaucht. Er wurde festgenommen und 1946 in einem Hochverratsprozess in Belgrad zum Tode verurteilt und erschossen. (APA)

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