WU-Studie

Lesben am Werk

13. August 2009, 10:36

Zur Situation lesbischer Frauen im Berufsleben

Die Abteilung für Gender und Diversitätsmanagement der WU Wien führt aktuell eine Online-Studie zur Situation lesbischer Frauen im Berufsleben durch. Auftraggeberin der Studie sind die Queer Business Women, die Interessengemeinschaft lesbischer Führungskräfte, Unternehmerinnen, Expertinnen und Selbständiger in Österreich.

"Sichtbarmachen von Lesben"

Sexuelle Orientierung ist laut dem EU-Bericht zum Europäischen Jahr der Chancengleichheit für alle
2007 immer noch jene Diversitätskategorie, die gesellschaftlich und damit auch in
Erwerbszusammenhängen am stärksten tabuisiert wird. Daran hat auch die seit 2004 in Österreich
geltende Antidiskriminierungsgesetzgebung bisher wenig geändert. Zudem sind die beruflichen
Zusammenhänge lesbischer Frauen - auch auf internationaler Ebene - weit weniger erforscht als jene von schwulen Männern "Ein Hauptziel unserer Interessengemeinschaft ist das Sichtbarmachen von Lesben im öffentlichen Leben und die Verbesserung der Erwerbsbedingungen von lesbischen Frauen. Die Beauftragung einer Studie war daher für uns eine logische Konsequenz", so Eva Susanne Goetz, Vorsitzende der Queer Business Women. Aufbauend auf den Ergebnissen der laufenden Studie planen die QBW bereits Folgestudien, die zur Verbesserung der Erwerbssituation von lesbischen Frauen in Österreich beitragen.

Dazu Roswitha Hofmann, Studienleiterin der WU Wien: "Erstmals werden in Österreich empirische Daten zur Erwerbssituation homosexueller Frauen vorliegen. Damit werden zum einen die Erfahrungen lesbischer Frauen in Österreich - als Unternehmerinnen und unselbstständig Erwerbstätige - erstmals öffentlich sichtbar gemacht. Zum anderen erhalten wir quantitative Basisdaten, die für eine gezielte und aktive Bekämpfung von Diskriminierungen auf Grund sexueller Orientierung zentral sind." Die Studie spricht auch derzeit erwerbslose Frauen an.

Die Teilnahme an der Online-Befragung ist noch bis 6. September 2009 -
absolut anonym - möglich. Das Forschungsprojekt kann dank des Sponsorings von IBM Österreich realisiert werden. Die Ergebnisse werden im Herbst 2009 präsentiert. (red, derStandard.at)

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