Jugendwohlfahrt steht vor Kollaps

13. August 2009, 10:43
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In Wien werden Babies ihren Müttern manchmal schon nach der Geburt abgenommen, da es zu wenig Mittel gibt, beide gemeinsam zu betreuen

"Man müsste schon bei Kindern mit sechs, sieben oder acht Jahren schauen, warum sie dazu tendieren auf die schiefe Bahn zu gelangen", sagt Doris Täubel-Weinreich, Vorsitzende der Fachgruppe Familienrecht in der Richtervereinigung, am Donnerstag im Ö1-Morgenjournal. Doch die Jugendwohlfahrt sei in Österreich am Limit, meint Täubel-Weinreich, und das werde oft vergessen, wenn in der Öffentlichkeit thematisiert wird, wie kriminell Österreichs Jugendliche sind.

Babies Mütter gleich nach Geburt weggenommen

In Wien sei eine Folge davon, dass Babies ihren Müttern bereits im Krankenhaus abgenommen werden und in vorläufigen Krisenzentren untergebracht werden. Es gebe nicht genug Personal, um Mütter und Kinder gemeinsam und ambulant, also zu Hause, zu betreuen. Die meisten SozialarbeiterInnen seien damit beschäftigt, neu gemeldete oder bereits eskalierte Fälle abzuklären, meint die Familienrichterin weiters im Morgenjournal.

Durch die Personalknappheit komme es zu einem verstärkten Andrang auf Krisenzentren: Kinder müssen auf Matratzen schlafen, Mutter-Kind-Heime sind überfüllt. Nicht in die Sozialhilfe zu investieren sei kurzsichtig, so Täubel-Weinreich. Denn sozial benachteiligte Kinder von heute sind einem höheren Risiko ausgesetzt, die SozialhilfeempfängerInnen von morgen zu sein. (red)

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