Steigender Terror vor Präsidentenwahl

13. August 2009, 10:28
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Luftangriffe gegen Taliban im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan

Kandahar - Eine Woche vor der Präsidentenwahl in Afghanistan sind bei neuen Kämpfen und Anschlägen im Land mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Regierung der Südprovinz Helmand am Donnerstag mitteilte, starben elf Zivilisten, als deren Fahrzeug bei der Explosion eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes zerstört wurde. Bei einem Anschlag in der Nachbarprovinz Kandahar wurden nach Polizeiangaben drei Kinder getötet. US-Einheiten haben zusammen mit afghanischen Regierungstruppen eine weitere Offensive gegen die Taliban im Süden begonnen. Bei Angriffen der pakistanischen Luftwaffe sind unterdessen in den Stammesgebieten im Nordwesten zehn Taliban-Kämpfer nach pakistanischen Militärangaben getötet worden

Im Süden Afghanistans kam ein Soldat der NATO-geführten internationalen Schutztruppe ISAF ums Leben. Nach ISAF-Angaben starb der Mann am Mittwoch bei einem Bombenanschlag auf eine Patrouille. Einzelheiten wurden nicht bekannt. Die US-Armee erklärte am Donnerstag, dass es sich bei dem Opfer um einen US-Soldaten handelt. Bei Gefechten in der nördlichen Provinz Kunduz, dem Einsatzgebiet der deutschen Bundeswehr, seien am Donnerstag zwei Polizisten und acht Taliban getötet worden, teilte die örtliche Polizei mit. Am Dienstag hatten Aufständische in Kunduz den Polizeichef eines Verwaltungsbezirks erschossen.

Verschärfte Sicherheitslage

Vor der Präsidentenwahl am kommenden Donnerstag hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan landesweit außergewöhnlich verschärft, da die Taliban, deren fundamentalistisches Regime 2001 durch eine US-geführte Militärintervention zu Fall gebracht worden war, zum Boykott aufgerufen und mit Anschlägen gedroht haben. 36 Kandidaten treten an, darunter zwei Frauen. Fünf der ursprünglich 41 Bewerber haben ihre Kandidatur zurückgezogen.

Als Favorit gilt der 52-jährige Amtsinhaber Hamid Karzai. Die Einsetzung des Paschtunen in Kabul nach dem Taliban-Sturz war als Ergebnis eines Kompromisses zwischen dem US-Geheimdienst CIA und der pakistanischen Armeeführung interpretiert worden. Karzai galt lange Zeit als Vertrauensmann des pakistanischen Geheimdienstes ISI. Um einen einigermaßen störungsfreien Verlauf der Wahlen zu sichern, sind etwa 100.000 ausländische Soldaten aus 42 Staaten sowie 200.000 afghanische Sicherheitskräfte im Einsatz.

Luftangriffe

Im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan wurden bei Luftangriffen des pakistanischen Militärs, wie am Donnerstag aus Sicherheitskreisen verlautete, zehn Taliban getötet und "Dutzende" weitere Menschen verletzt. Kampfhubschrauber beschossen demnach Stellungen der Aufständischen in Kurram und Orakzai. Ein Teil der angegriffenen Gebäude sei von Anhängern des getöteten Taliban-Chefs Baitullah Mehsud genutzt worden, hieß es. Mehsud war nach Angaben der Taliban vor einer Woche bei einem US-Luftangriff in Süd-Waziristan ums Leben gekommen. Die Grenzregion zu Afghanistan gilt als Hochburg der Islamisten. (APA/AP)

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