Homöopathie soll bei Schweinegrippe helfen

13. August 2009, 08:49
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Ärzte verweisen auf erfolgreiche Schweinegrippe-Behandlungen in Mexiko

Mumbai/Wien/Großlobming - Schweinegrippe kann auch mit homöopathischen Medikamenten behandelt werden. Das behauptet der indische Mediziner Mukesh Batra gegenüber der "Times of India". Der Arzt empfiehlt zur Prävention und Behandlung die Mittel "Oscillococcinum 30" und "Influenzium 200", und verweist auf erfolgreiche Behandlungen anderer Viruserkrankungen bei Epidemien der Vergangenheit. Gloria Kozel, Allgemeinmedizinerin und Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Homöopathie, bestätigt die Aussage.

Behandlungen in Mexiko

Seit dem ersten Ausbrechen der Schweinegrippe in Mexiko ist Kozel in Kontakt mit Homöopathen vor Ort. "Da Homöopathie in Mexiko Teil der Grundversorgung ist, gibt es dort zahlreiche Erfahrungen der Schweinegrippe-Behandlung. Die Kollegen behandelten viele Patienten, von denen niemand gestorben ist", so Kozel. Die Grippe verlaufe allerdings allgemein sehr mild, außer im Falle bereits bestehender schwerer Grunderkrankungen sei sie nie tödlich ausgegangen. Entsprechend den Grundsätzen der Homöopathie hänge das verschriebene Mittel von der Schilderung des Patienten ab. "Die mexikanischen Kollegen berichteten jedoch vor allem vom Erfolg der Mittel Bryonia und Eupatorium, die beide bei den typischen Symptomen wie trockener Husten, stechende Schmerzen und Brusthalten beim Husten verschrieben werden", so Kozel.

Influenza-Referenzzentrum geplant

In Deutschland und Österreich schenkt die Homöopathie der Schweinegrippe bisher kaum Beachtung, da es hierzulande noch keine Behandlungserfahrungen mit Schweinegrippe-Patienten gibt. In Planung sei laut Kozel jedoch ein Influenza-Referenzzentrum, das Erfahrungen von Homöopathen mit der Behandlung von Schweinegrippe sammelt.

Erfolg bei Epidemien in der Vergangenheit

Dass die Heilmethode auch bereits bei viel schwereren Epidemien Erfolg gezeigt hat, berichtet der Mediziner Anton Rohrer. "Große US-amerikanische und schwedische Analysen von dokumentierten Erkrankten an der Spanischen Grippe 1917 und 1918 zeigen, dass die Sterberate junger Menschen bei homöopathischer Behandlung mit rund 1,5 Prozent deutlich niedriger war als bei der damaligen schulmedizinischen Behandlung, wo dieser Anteil 30 Prozent betrug. Der Vorteil lag besonders im besseren Ansprechen bei Lungenentzündung, die oft eigentliche Todesursache war." Rohrer schließt daraus, dass durch die erfolgreiche Behandlung dieses viel gefährlicherem H1N1-Stammes der Vergangenheit die Homöopathie auch in der aktuellen Epidemie eine sinnvolle Heilmethode darstellen könne.

Erfolge kann sie außerdem auch bei mehreren anderen schweren Epidemien verbuchen. "Als eines der wenigen Länder war in Österreich die Homöopathie um 1820 verboten. Diese Bestimmung wurde aufgehoben, als sich ihre Wirksamkeit bei Cholera bestätigte", so Rohrer. Samuel Hahnemann, der Begründer der Heilmethode, habe 180 Fleckfieber-Erkrankte zur Zeit Napoleons behandelt, von denen bloß einer an der Krankheit verstarb, wohingegen die Krankheit auch noch im Zweiten Weltkrieg bei Soldaten eine Sterblichkeit von 50 Prozent besaß. Dokumentationen erfolgreicher Anwendung der Homöopathie bei Epidemien aus jüngerer Zeit stammen von einer Japan-Enzephalitis 1991 in Indien, die durch die Hirnhautentzündung ein ähnliches Krankheitsbild wie unsere FSME-Infektion aufweist.

Leichte Übertragbarkeit, milder Verlauf

Die aktuelle Schweinegrippe sehen beide Homöopathen gelassen. "Das Problem der Schweinegrippe liegt eher bei der leichten Übertragbarkeit als in ihrer Gefährlichkeit. Gefährlich wird die Krankheit nur, wenn sie ihren Virusstatus verändert und aggressiver wird", so Rohrer. (pte)

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