95 Festnahmen bei neuerlichen Unruhen

13. August 2009, 07:34
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Vizepräsident des Parlaments attackiert - Zelaya holt sich Unterstützung in Brasilien und berichtet von Einladung nach Washington

Tegucigalpa/Brasilia - In Honduras ist es am Mittwoch erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzen Tränengas ein, um Tausende Demonstranten unweit des Kongresses in der Hauptstadt Tegucigalpa auseinanderzutreiben. Die Protestierenden warfen daraufhin Steine. Am Nachmittag (Ortszeit) beruhigte sich die Lage wieder.

Bei den Protesten am Dienstag und Mittwoch gingen mehrere Fensterscheiben von Läden und Restaurants zu Bruch. Obwohl es seit dem Sturz Zelayas fast täglich Demonstrationen gibt, ist es dabei bisher nur wenige Male zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen.

Die Demonstranten attackierten vor dem Parlamentsgebäude auch den Vizevorsitzenden der Volksvertretung, Ramon Velazquez. Der Politiker blieb nach eigenen Angaben unverletzt. Bei den Zusammenstößen wurden nach Polizeiangaben 55 Demonstranten verhaftet. Weitere 40 Zelaya-Anhänger wurden in einem Hochschulgebäude festgenommen, das den aus dem ganzen Land angereisten Demonstranten als Schlafsaal dient. Die Polizei begründete dies mit Hinweisen auf die Herstellung von Brandsätzen. Interimspräsident Roberto Micheletti verurteilte die Gewalt von Seiten der Demonstranten.

Einladung nach Washington

Zelaya sagte indes, er sei von US-Außenministerin Hillary Clinton zu einem Gespräch nach Washington eingeladen worden. Er hoffe, dass das Treffen "in den kommenden Wochen" stattfinden werde, sagte Zelaya am Mittwoch in Brasilia, wo er vom brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva als rechtmäßiger honduranischer Präsident empfangen wurde. Die Anhänger Zelayas werfen Washington vor, die Putschisten in Tegucigalpa heimlich zu unterstützen.

Zelaya sagte, dass er von Washington "eine härtere Position" gegenüber den derzeitigen honduranischen Machthabern erwarte, "damit sich solche Angriffe auf die Demokratie nicht mehr wiederholen können". Der gestürzte Präsident sagte, dass er im Plan von Arias einen Ausweg aus der Staatskrise sehe. Arias hatte vorgeschlagen, dass noch vor Jahresende vorzeitige Präsidentenwahlen stattfinden, Zelaya zuvor aber wieder in sein Amt eingesetzt wird. Übergangspräsident Roberto Micheletti will seinen Platz aber erst nach der Wahl räumen.

Zelaya wird am Donnerstag in Santiago erwartet, wo er sich auch die Unterstützung der chilenischen Präsidenten Michelle Bachelet holen will. (APA/Reuters)

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    Bei den Demonstrationen am Mittwoch sind insgesamt 95 Menschen von der Polizei festgenommen worden.

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