SPÖ will Türsteher-Ausbildung

12. August 2009, 18:42
65 Postings

Gewalt zwischen Sicherheitspersonal und Gästen steigt

Salzburg - Zwischen Türstehern und Lokalgästen gibt es immer mehr Gewalt: Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ durch Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) hervor. Demzufolge stieg die Zahl der bekannt gewordenen gewalttätigen Auseinandersetzungen von 740 im Jahr 2007 auf 946 im Jahr 2008 an - ein Zuwachs von 28 Prozent. Die Anzahl der Verletzten stieg um 39 Prozent auf 921. 

Keine Zahlen für Wien

Besonders die Gäste werden aggressiver: Mittlerweile richten sich mehr Anzeigen gegen Lokalbesucher als gegen Türsteher. Die meisten Fälle gab es in der Steiermark, gefolgt von Oberösterreich. Für alle Bundesländer außer Wien liegen Zahlen vor. "Die Wiener Polizei ist dazu scheinbar nicht in der Lage oder nicht willens", kritisiert der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Johann Maier, der am Mittwoch die Zahlen präsentierte. Maier fordert Konsequenzen: Der Türsteher-Job müsse endlich auf eine rechtliche Basis gestellt werden, so wie das im rot-schwarzen Koalitionsvertrag fixiert sei.

Geplant sei, Aus- und Weiterbildung in Konfliktmanagement, Stressbewältigung und Deeskalation vorzuschreiben. In vielen europäischen Ländern sei das bereits jetzt Pflicht, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, aber auch Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien. Weiters müsse man verhindern, "dass Personalleasingfirmen rechtskräftig verurteilte Personen als Sicherheitspersonal vermitteln". Solche Praktiken seien gang und gäbe. 

Veranstalter soll haften

Auch Haftungsfragen müssten geklärt werden, wobei Maier dafür plädiert, "eine klare Haftung des Veranstalters" festzuschreiben: "Das würde die Veranstalter nämlich auch zwingen, ausgebildetes Personal einzusetzen." In der vergangenen Legislaturperiode war ein entsprechendes Gesetz laut Maier am Widerstand von Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) gescheitert. Mit Fekter und Bartensteins Nachfolger Reinhold Mitterlehner (ÖVP) gebe es nun eine Gesprächsbasis. (Markus Peherstorfer, DER STANDARD Printausgabe, 12.8.2009)

Share if you care.