Unorthodox und effektiv

12. August 2009, 17:58
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Studie zu Intervention von Notenbanken

New York / London / Wien - Die Reaktionen von Notenbanken auf die Krise waren weitreichend. Sie haben die Zinsen gesenkt, ihre Bilanzen ausgeweitet und „giftige" Wertpapiere gekauft, um die Banken zu entlasten. Seit wenigen Monaten versuchen sie, auch den Regierungen unter die Arme zu greifen und betreiben „Quantitative Easing". Mit Erfolg, wie eine Studie des Internationalen Währungsfonds vermuten lässt.
Bei dieser quantitativen Lockerung kaufen Notenbanken langfristige Staatsanleihen, um auch die längerfristigen Zinsen, die vor allem für Hypothekenkredite wichtig sind, zu senken. Die britische, die amerikanische und die japanische Zentralbank betreiben solche Programme. In Großbritannien hat die Bank of England (BoE) 101,9 Mrd. Pfund (118,4 Mrd. Euro) an langfristigen Staatsanleihen gekauft, 7,1 Prozent der britischen Wirtschaftsleistung. „Die Ergebnisse sind viel versprechend, da das BoE-Programm die Zinsen wohl gesenkt hat," so André Meier, Ökonom beim Internationalen Währungsfonds und Autor der Studie zur Geldpolitik der BoE. Rund 0,4 bis 1,0 Prozent sollen die Zinsen aufgrund der quantitativen Lockerung gesunken seien. Jüngst wurde eine Ausweitung des Programms um weitere 50 Mrd. Pfund auf 175 Mrd. Pfund angekündigt. BoE-Chef Mervyn King hat zudem bei der Veröffentlichung des Inflationsreports am Mittwoch angedeutet, dass baldige Zinssenkungen unrealistisch seien, weil noch Deflationsgefahren bestünden.(sulu, DER STANDDARD, Print-Ausgabe, 13.8.2009)

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