VP-Vorstoß für Frauenquote an Medizin-Unis

12. August 2009, 18:00
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Gesundheitssprecher Rasinger will Hälfte der Studienplätze per Gesetz reservieren

Wien - "Heute hätte ich keine Chance, Arzt zu werden": ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger, im Zivilberuf Sport- und Allgemeinmediziner, kritisiert im Interview mit dem Standard die Aufnahmtests an den Medizin-Universitäten, die bestimmte Gruppen "gravierend" benachteiligen würden: "Ich wäre durchgefallen."
Rasinger fordert, per Gesetz eine 50-Prozent-Quote an den Medizin-Unis einzuführen: "Die Hälfte der Studienplätze soll an Frauen vergeben werden." Hintergrund: Bei den Aufnahmtests an den Hochschulen schnitten die Anwärterinnen auch dieses Jahr deutlich schlechter ab als ihre männlichen Kollegen. An der Uni Innsbruck, die als letzte die heurigen Ergebnisse präsentierte, errangen Frauen nur 43,8 Prozent der insgesamt 400 Studienplätze, obwohl von den Kandidaten 55,2 Prozent weiblich waren.

Rasinger erklärt diese Resultate mit einseitig konzipierten Tests, die bestimmte Fähigkeiten belohnten, andere aber nicht: Empathie etwa sei für Ärzte ebenso wichtig wie mathematische Formeln. Der VP-Abgeordnete will auch Quoten für Minderheiten und Menschen mit Behinderung. (red, DER STANDARD/Printausgabe 13.8.2009)

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