Haus und Hüter

12. August 2009, 17:41
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Landeshauptmann Dörfler ehrt Ex-ÖFB-Präsident Mauhart

Klagenfurt - Gerhard Dörfler fällt dieser Tage von einem Höhepunkt in den nächsten. Am Mittwoch zeigte sich Kärntens Landeshauptmann vor dem Anpfiff des Länderspiels Österreich - Kamerun im Spiegelsaal der Landesregierung in einem hellbraunen Anzug mit passender fahloranger Krawatte. Ex-ÖFB-Präsident Beppo Mauhart erhielt das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten. Dörfler dankte dafür, dass Mauhart und die Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer Klagenfurt als EURO-Stadt 2008 ausgesucht haben.

Mauhart (schwarzer Anzug, rote Krawatte) nahm die Auszeichnung routiniert entgegen und warnte vor dem „Schildbürgerstreich", das Klagenfurter Stadion von rund 30.000 auf 12.000 Sitzplätze zurückzubauen. Der Rückbau war Teil des EURO-Konzepts - in Innsbruck ist er vollzogen, in Salzburg wurde er von Klubchef Didi Mateschitz verhindert. Dank vorausschauender Planung, die sich auch in einschlägigen Abmachungen von Klagenfurts Ex-Bürgermeister Harald Scheucher mit Ex-Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka niederschlägt, kommt die Verkleinerung den Steuerzahler teurer, als den (derzeitigen) Vollausbau endgültig zu vollziehen.

Bauherr und Eigentümer ist die Stadt Klagenfurt, die Finanzierung erfolgte durch Bund, Land Kärnten und die Kommune zu je einem Drittel. Den Rückbau blecht der Bund solo, der Klagenfurter Stadtrat Waschi Mertel (ein ehemaliger Klassekicker) beziffert die Kosten mit rund 17 Millionen Euro.
„Österreich war vor der EURO ein Entwicklungsland", sagte Mauhart dankesredend, „die Infrastruktur hätte den Fußball umgebracht." Im Zuge der EURO-Bewerbungen entstand in Graz ein neues (wenn auch seltsames) Stadion, wie in Klagenfurt und Innsbruck, Wiens Happel-Haus wurde saniert. Für die Nachhaltigkeit bräuchte es noch ein Sport-Museum (Fußball-Olympia-Ski), der Initiative verpflichtete sich auch ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Das Bankett mit Kameruns Verbandsdelegation wurde im Schloss Loretto am Wörthersee serviert. Und so nebenbei auch die Lösung für die Startschwierigkeiten von Klagenfurts Kickern: Die Umgebung ist für Menschen mit Cash (wie Profis eben) im Sommer viel zu entspannungsgeladen, um ernsthaft an Arbeit oder gar Kampf zu denken. Hier merkt man so gar nichts vom politischen Pfusch und der Slowenenverhöhnung von Dörfler und seinem Vorgänger. Die Sonne scheint, die Segelboote gleiten, das Stadion ist voll, und in Wien werden sie schon dafür sorgen, dass es auch länderspieltauglich bleibt.

Dörfler hat ein vitales Interesse an der großen Bühne. So kann er noch oft in ausländischen Leiberln an fremde Quartiere klopfen, Plüschlöwen (oder Sonnencreme) verteilen und ein Foto mit berühmten Männern machen lassen. (Johann Skocek; DER STANDARD Printausgabe 13. August 2009)

 

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