Streit um Umbesetzungen sowie Pläne für Salzburg
Wien - Wegen der massiven
Umbesetzungen in seiner Inszenierung von Wagners Ring des Nibelungen
plant Sven-Eric Bechtolf, unter Umständen seinen Namen von der Inszenierung
zurückzuziehen. Das berichtet News in seiner neuen Ausgabe. Bechtolf sieht sich in "heftigem Dissens" mit Staatsoperndirektor Ioan Holender: "Man muss als Opernregisseur wissen, dass man nicht immer die gleiche Besetzung haben kann, sonst ist man ein Träumer. Aber zumindest einige Grundbedingungen muss ein Haus gewährleisten", so Bechtolf: "Zu wenige Proben und dann auch noch Sänger, die falsch besetzt sind oder überflüssigerweise umbesetzt wurden, ohne mit mir überhaupt zu sprechen - das geht nicht."
Holender bezweifelt hingegen, dass er das Recht dazu habe.
"Herrn Bechtolf geht es überhaupt nichts an, wie die Besetzungen der
Inszenierungen sich im Laufe der Jahre verändern." Holender entgegnet, angesprochen auf einige negative Kritiken auf Bechtolfs Ring-Neuinszenierung: "Bechtolf ist ein Grünschnabel auf dem Gebiet der Oper und sollte sich zurückhalten in den Äußerungen. Das macht seine Inszenierungen auch nicht besser." Der Regisseur scheine "nicht zu wissen, was Repertoiretheater ist. Selbstverständlich gibt es sehr viele Umbesetzungen in den laufenden Jahren."
Zu seinen Plänen als
Schauspielchef der Salzburger Festspiele kündigt Bechtolf in News an, er wolle fünf
Stückaufträge an nicht arrivierte österreichische Autoren vergeben. "Ich werde
jedes Jahr einen noch jungen Autor spielen oder Leute, die wie
(Büchner-Preisträger, Anm.) Walter Kappacher jahrzehntelang nicht zur
Kenntnis genommen worden sind." (APA / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.8.2009/red)