"Ring"-Neuinszenierung

Bechtolf in "heftigem Dissens" mit Staatsoper

12. August 2009, 16:12

Streit um Umbesetzungen sowie Pläne für Salzburg

Wien - Wegen der massiven Umbesetzungen in seiner Inszenierung von Wagners Ring des Nibelungen plant Sven-Eric Bechtolf, unter Umständen seinen Namen von der Inszenierung zurückzuziehen. Das berichtet News in seiner neuen Ausgabe. Bechtolf sieht sich in "heftigem Dissens" mit Staatsoperndirektor Ioan Holender: "Man muss als Opernregisseur wissen, dass man nicht immer die gleiche Besetzung haben kann, sonst ist man ein Träumer. Aber zumindest einige Grundbedingungen muss ein Haus gewährleisten", so Bechtolf: "Zu wenige Proben und dann auch noch Sänger, die falsch besetzt sind oder überflüssigerweise umbesetzt wurden, ohne mit mir überhaupt zu sprechen - das geht nicht."

Holender bezweifelt hingegen, dass er das Recht dazu habe. "Herrn Bechtolf geht es überhaupt nichts an, wie die Besetzungen der Inszenierungen sich im Laufe der Jahre verändern."  Holender entgegnet, angesprochen auf einige negative Kritiken auf Bechtolfs Ring-Neuinszenierung: "Bechtolf ist ein Grünschnabel auf dem Gebiet der Oper und sollte sich zurückhalten in den Äußerungen. Das macht seine Inszenierungen auch nicht besser." Der Regisseur scheine "nicht zu wissen, was Repertoiretheater ist. Selbstverständlich gibt es sehr viele Umbesetzungen in den laufenden Jahren."

Zu seinen Plänen als Schauspielchef der Salzburger Festspiele kündigt Bechtolf in News an, er wolle fünf Stückaufträge an nicht arrivierte österreichische Autoren vergeben. "Ich werde jedes Jahr einen noch jungen Autor spielen oder Leute, die wie (Büchner-Preisträger, Anm.) Walter Kappacher jahrzehntelang nicht zur Kenntnis genommen worden sind."  (APA / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.8.2009/red)

stankom
31
13.8.2009, 13:46
schlechte musik

kann man auch mit der besten besetzung nicht besser machen. leider.

Robert Waloch
10
13.8.2009, 15:12
Schlechte Musik?

Meinen Sie also die "RING"-Komposition? Die hat schon ganz andere Sänger ausgehalten - andere Regisseure aber auch....

Hafner
31
13.8.2009, 13:44
Die Macht der Regisseure ...

... besteht ausschließlich darin, dass sie bei der Besetzung der Rollen mitreden dürfen.
Dieses Recht gehört ihnen entzogen, was ihnen wieder den Platz zuweisen würde, der ihnen zusteht.

NoneSolo
00
13.8.2009, 11:45
Einverstanden

Er soll seinen Namen zurückziehen, die weitere Aufführung dieser Produktion an der Staatsoper verbieten und das Geld, das er für diesen Schund kassiert hat, zurückgeben - dann sind wenigstens in der nächsten Direktions-Ära die Mittel vorhanden, um den Versuch einer gelungenen Ring-Inszenierung zu starten.

Ich würde nur allzu gerne wissen, welche Besetzungsänderungen - vor allem in den großen Rollen - dieser "Inszenierung" schaden könnten. Da war doch nichts auf einen bestimmten Sänger zugeschnitten - ich denke nur an Botha, der im 1. Akt Walküre auf dem Tisch steht, auf den er klettern muss, um an das Schwert zu kommen, und von dem er dann bis Aktende nicht mehr runter kann ....

Saskia Fabian
 
01
13.8.2009, 09:38
was soll man zum fliegenden holländer noch sagen...

ein despot, autoriotär, extrem eitel und präpotent.

Giuseppe Verdi1
01
13.8.2009, 09:19
Grünschnabel also und den gab er den RING

......ein dickes Ei welches da gelegt wurde.

Der Boss der Bosse
01
12.8.2009, 18:06
Von der Endphase einer Direktion

Andere Staatsoperndirektionen endeten mit einem Paukenschlag: etwa weil ein Direktor abhaute (Maazel) oder weil die abschließende Produktion wunderbar gelang ("Der ferne Klang" 1991 zum Ende der Drese-Ära, diese schöne Flimm-Regie wurde sang- und klanglos von den Nachfolgern eingemottet) oder heftig misslang (da fällt mir momentan kein Beispiel ein).
Die Direktion Holender schleppt sich hingegen mühsam ihrem Ende entgegen. Vielleicht typisch für eine Ära, die mindestens fünf Jahre zu lang dauerte.
Jetzt ist der "Ring" gerade fertig, und der Regisseur will schon seinen Namen zurückziehen. Sorry, aber diese personellen Querelen - oft zusammen mit dem öffentlichen Desavouieren von Sängern, Dirigenten oder Regisseuren - nerven nur noch.

Spaziergänger
00
12.8.2009, 18:03

Von welchen gravierenden Umbestzungen hier überhaupt die Rede sein soll, möchte ich schon wissen: Uusitalo, Gould, Stemme, Johansson, Eröd,... - alle in den Reprisen weiterhin beschäftigt. Und dass Botha, Halfvarson und Pecoraro einmal pausieren, ist verkraftbar, denke ich. Zumindest deren darstellerische Leistungen - auf die es Bechtolf dem Anschein nach ankommt - sind unschwer zu übertreffen.

Wickinger
02
12.8.2009, 20:37
ich möchte widersprechen

grad halfvarson und pecoraro waren einige wenige lichtblicke in dieser bechtolf'schen ring-fadesse...

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