Schiiten-Rebellen lehnen Angebot zur Waffenruhe ab

13. August 2009, 22:34
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Kritik an fehlender Umsetzung einer bestehenden Einigung

Sanaa - Die schiitischen Rebellen im Jemen haben ein Angebot der Regierung zur Waffenruhe abgelehnt. Die Regierung sei nicht wirklich an einer Lösung des Konflikts interessiert, erklärten die Rebellen am Donnerstag und wiederholten ihre Vorwürfe gegen die Armee, im Norden des Landes Zivilisten anzugreifen. Die Regierung hatte zuvor verlangt, die Rebellen müssten im Gegenzug für eine Waffenruhe unter anderem ihre ausländischen Geiseln freilassen, unter ihnen eine fünfköpfige Familie aus Deutschland.

Die Rebellen kritisierten in ihrer Reaktion auf das Regierungsangebot, ein vor zwei Jahren vom Öl-Emirat Katar vermittelte Einigung sei von der Regierung in Sanaa nie umgesetzt worden. Auf die Forderung nach der Freilassung der ausländischen Geiseln, die im Juni verschleppt wurden, gingen die Rebellen in ihrer Erklärung nicht ein.

In der Provinz Saada, eine Hochburg saiditischer Rebellen, hatten Unbekannte Mitte Juni eine Gruppe von neun Ausländern entführt, darunter die Familie aus Sachsen. Drei Geiseln - zwei junge deutsche Pflegehelferinnen und eine südkoreanische Lehrerin - wurden kurze Zeit später tot aufgefunden. Von der Familie und einer weiteren Geisel fehlt jede Spur. Die Rebellen haben dementiert, in ihre Entführung verwickelt zu sein.

Bei den Rebellen handelt es sich um Saiditen, eine Untergruppe der Schiiten. Sie kämpfen für die Wiedereinsetzung der saiditischen Herrscherdynastie im Jemen, die 1962 durch einen Militärputsch beendet worden war. Die saiditisch-schiitischen Milizen liefern sich immer wieder Gefechte mit jemenitischen Sicherheitskräften. Seit 2004 kamen dabei mehrere tausend Menschen ums Leben. Im Jemen leben mehrheitlich Sunniten. (APA)

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    Nach Luftangriffen bot Sanaa einen Waffenstillstand an.

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