Roma in Osttirol von Jugendlichen vertrieben

12. August 2009, 14:54
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Wohnwagen-Karawane angeblich mit Stangen attackiert - Polizei: "Keine körperliche Gewalt" - Scharfe Verurteilung von SOS-Mitmensch

Ainet/Innsbruck - Gewalt gegen Roma nun offenbar auch in Österreich: Laut einem Bericht der "Kleinen Zeitung" sind in der Osttiroler Gemeinde Ainet einheimische Jugendliche auf die durchreisende Gruppe mit Stangen losgegangen und skandierten "Zigeuner raus!"-Parolen. Wie die Polizei in Lienz bestätigte, sei es zu einer Auseinandersetzung gekommen, jedoch ohne körperliche Gewalt. Die Roma wurden von den Beamten geschützt und reisten früher als geplant weiter.

Mit 13 Wohnwägen wollten französische Roma die Nacht von 1. auf 2. August auf einem vom Bürgermeister zugewiesenen Areal verbringen. Auf einem nahe gelegenen Fußballplatz hatten zur selben Zeit Jugendliche gefeiert. Wie ein Polizei-Sprecher berichtete, dürften sich "Emotionen aufgeschaukelt" haben, worauf ein Mitglied der Roma-Gemeinde die Polizei verständigte. Die Beamten begleiteten die Roma zur Sicherheit zurück zu ihren Wohnwägen. Tätlichkeiten habe es aber keine gegeben.

Laut "Kleiner Zeitung" trommelten die Jugendlichen "mit Stangen bewaffnet an die Wohnwägen und forderten die Roma mit 'Zigeuner raus!'-Parolen zur Abreise auf. Diesen Vorfall hat die Menschenrechtsorganisation SOS-Mitmensch scharf verurteilt: "Die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden. Bei rassistisch motivierter Gewalt darf es kein Abwiegeln geben. Sonst finden wir uns womöglich bald in der selben Situation wie Italien und Ungarn wieder, wo die Gewalt gegen Roma regelmäßig eskaliert", hieß es in einer Aussendung am Mittwoch. (APA)

 

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