IAAF macht Rauswurf rückgängig

12. August 2009, 14:56
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Nationaler Verband wollte unter anderen Asafa Powell und Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser von der WM ausschließen - Druck des Weltverbands ermöglicht Start

Berlin - Auf Druck des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) können Ex-Weltrekordler Asafa Powell und 100-Meter-Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser sowie weitere vier Sportler doch an der WM in Berlin teilnehmen. "Wir respektieren Entscheidungen von unseren Verbänden, doch wir haben die Qualität der Weltmeisterschaften zu sichern", begründete IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss am Mittwochabend die Intervention.

Wegen des unentschuldigten Fehlens von Powell, Fraser, der Olympia-Zweiten Shericka Williams (400-Meter-Hürden), Brigitte Foster-Hylton, Kaliese Spencer und Melaine Walker an einem gemeinsamen Trainingslager hatte der jamaikanische Verband der IAAF zunächst per Brief den Ausschluss des Sextetts mitgeteilt.

"WM ist unser Baby"

"Das Schreiben wurde zurückgezogen", sagte Weiss, der in einem Gespräch die Jamaikaner zur Revision ihrer Entscheidung bewegte. "Die WM ist unser Baby, darauf passen wir auf. Wir wollen, dass die besten Athleten bei der WM am Start sind", meinte er. Jamaika beugte sich der Argumentation. "Die Athleten haben unsere Regeln gebrochen, aber die IAAF muss an das große Ganze und die WM denken", sagte Jamaikas Verbandspräsident Howard Arias. "Wir werden es uns nun vorbehalten nach der WM Sanktionen zu verhängen."

Arias begründete den erwogenen Rauswurf damit, dass der geplante Aufenthalt der sechs Athleten den Anti-Doping-Institutionen vorab gemeldet wurde. Da sie sich dort nicht aufhielten, haben sie gegen die Meldepflicht verstoßen.

Der Olympia-Fünfte Powell, der zuletzt im Schatten von Landsmann Usain Bolt und des US-Sprinters Tyson Gay stand, war bereits am Mittwoch zusammen mit den anderen fünf Sportlern seines Clubs Maximising Velocity Power in das Athletenhotel "Berlin, Berlin" eingezogen.

Drittschnellste Zeit des Jahres

Der 25-jährige Powell hatte am 10. Juli in Rom mit 9,88 Sekunden die drittschnellste 100-Meter-Zeit des Jahres erzielt. Er könnte Superstar Bolt und dessen US-Herausforderer Tyson Gay die Schau stehen und im 100-Meter-Finale am Sonntag im Olympiastadion lachender Dritter sein. Seinen Weltrekord stellte er im September 2008 mit 9,72 Sekunden auf. Bei den Olympischen Spielen in Peking unterbot Bolt die Marke mit unglaublichen 9,69 Sekunden.

Offen ist weiter, wie die Doping-Fälle der fünf bei den nationalen Titelkämpfen in Jamaika positiv getesteten Leichtathleten geahndet wird. "Wir müssen den Bericht der Anti-Doping-Agentur JADOC abwarten", erklärte Weiss. Das Verfahren bleibt vor der WM weiter eine Hängepartie. Die JADOC hatte gegen die Entscheidung seiner eigenen Disziplinarkommission, Yohan Blake, Marvin Anderson, Lansford Spence und Allodin Fothergill freizusprechen, Berufung eingelegt.

Staffel-Vizeweltmeisterin Sheri-Ann Brooks war zuvor schon wegen eines Formfehlers einer Strafe entkommen. Die fünf Athleten waren bei den nationalen Meisterschaften Ende Juni auf das Stimulanzmittel Methylxanthin positiv getestet worden. "Es ist weiter offen, ob diese Athleten an der WM teilnehmen können. Gemeldet sind sie", sagte Aria. (APA/dpa)

 

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    Asafa Powell

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