Woods darf von Gold träumen

12. August 2009, 14:12
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Golf ist ab 2016 wohl olympisch, Siebener-Rugby ebenso - Inline Skating, Squash und Karate bleiben vermutlich auf der Strecke

Chaska/USA - Weltstar Tiger Woods träumt vom Olympiasieg. Sollte Golf ins Programm der Olympischen Spiele 2016 aufgenommen werden, will der Weltranglisten-Erste auf jeden Fall dabei sein. Das olympische Comeback von Golf, das 1904 schon einmal Olympiastatus hatte, sei überfällig, erklärte der US-Amerikaner am Dienstag vor den US-PGA-Championships in Chaska (Minnesota). "Golf ist ein globaler Sport und hätte schon längst wieder olympisch sein sollen", sagte Woods, der 2016 40 Jahre alt wäre.

 

Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entscheidet am Donnerstag in Berlin, welche beiden Sportarten sie der IOC-Vollversammlung am 9. Oktober in Kopenhagen zur Abstimmung vorlegen wird. Golf und Siebener-Rugby gelten dabei als aussichtsreichste Kandidaten. Nach einem Bericht der Programmkommission scheint längst entschieden: Inline Skating, Squash, Karate, Baseball und Softball müssen diesmal wohl draußenbleiben.

Acht weitere Schwimm-Entscheidungen

Rogge setzt auf Weltstar Woods und bleibt seinem Credo treu, nachdem die Besten der Besten zu Olympia gehören. Schließlich muss das Hochglanzprodukt neu aufpoliert werden. So wird das Ringe-Spektakel 2012 in London vermutlich um die Disziplinen Frauen-Boxen, Mixed-Doppel im Tennis und acht weitere Schwimm-Entscheidungen (50 Meter Rücken, Brust, Delfin, 800 m-Kraul/Männer, 1.500 m-Kraul/Frauen) erweitert.

"Wir suchen nach Sportarten, die das Programm zusätzlich aufwerten, eine weite Ausstrahlung haben, besonders für junge Leute, und ein gewisses Extra mitbringen", hatte Rogge schon vor Wochen gesagt, "vor allem müssen sie einen großen Kampf gegen Doping führen. Das ist ein wichtiger Aspekt." Den Vorwurf, Rogge habe als ehemaliger Rugby-Spieler dem Sport Vorteile verschafft, wies IOC-Sportdirektor Christophe Dubi entschieden zurück. Das Comeback von Golf, zuletzt 1904 olympisch, sei ohnehin "überfällig", meinte Woods.

IOC-Vollversammlung entscheidet

Die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kann die beiden von der Exekutive ausgewählten Sportarten akzeptieren oder ablehnen. Eine einfache Mehrheit genügt. In der Vergangenheit war eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Session bei Aufnahme oder Ausschluss erforderlich. Die hatte dazu geführt, dass bei der Vollversammlung 2005 Baseball und Softball ausgeschlossen wurden, sich aber keine Mehrheit für Ersatz-Sportarten fand. Deshalb werden in London nur 26 Sportarten ausgetragen. Baseball flog raus, weil die Profis der US-Liga nicht bei Olympia dabei sein wollten und den Anti-Doping-Kampf nicht ernst genug nahmen. Softball wurde rausgekegelt, weil es nicht global genug ist.

Der Einsatz ist hoch. Das IOC dürfte in den vier Jahren zwischen den Spielen 2012 und 2016 an die olympischen Sommersportverbände mehr als 400 Millionen Dollar ausschütten, die nach einem speziellen Schlüssel verteilt werden. (APA)

 

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