Wiener Sofiensäle: Auch acht Jahre nach Brand keine Lösung

12. August 2009, 13:57
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Bürgerinitiative fordert Schutzmaßnahmen vom Besitzer Arwag

Wien  - Am 16. August jährt sich der Brand der Wiener Sofiensäle zum achten Mal. Seither ragen die Reste des einstigen Veranstaltungstempels als Brandruine aus dem Areal an der Marxergasse. Und eine Lösung für den Bau lässt nach wie vor auf sich warten.

Zwar hat die zu knapp 29 Prozent der gemeindeeigenen Wien-Holding gehörende Baukonzern Arwag 2006 den Komplex übernommen und eine Restaurierung der denkmalgeschützten Teile in Aussicht gestellt, geschehen ist seither jedoch noch nichts - ungeachtet des medialen Drucks, wenn etwa der "Falter" in seiner aktuellen Ausgabe "Rettet die Ruine!" proklamiert oder die "Kronen Zeitung" den Abbruch der Baureste befürchtet. Als Begründung für die Verzögerungen wurde von der Arwag zuletzt mangelnde Bereitschaft etwaiger Hotelbetreiber oder Finanzpartner genannt.

Bereits die Erstellung eines Nutzungskonzeptes hatte lange auf sich wartenlassen. Im März 2007 schließlich wurde von der Arwag ein Projekt präsentiert. Dies sah auf 17.000 Quadratmetern Nutzfläche vor allem Wohnungen, aber auch Büros und Geschäftsflächen vor. Der zentrale Saal samt Eingangsfront sollte in den Gebäudekomplex einbezogen werden. Damals sollten die Bauvorbereitungen bereits 2007 starten, der Abschluss war für 2010 angepeilt.

Der Baustart verzögerte sich allerdings wiederholt. Darin will Viktor Zdrachal, Sprecher der Bürgerinitiative für den Erhalt der Sofiensäle, allerdings keine böse Absicht erkennen. "An sich ist der gute Wille sicher da", konzedierte er der Arwag im APA-Gespräch. Allerdings sei der Bauträger mit dem komplexen Projekt wohl schlicht überfordert.

Dies sei der Grund, weshalb man sich nun mit einer Abmahnung an den Konzern gewandt habe. Darin ruft die Initiative angesichts des bevorstehenden Jahrestages die Arwag auf, zumindest den mittlerweile auf der Ruine wuchernden Bewuchs zu entfernen, um eine weitere Schädigung durch das Wurzelwerk zu verhindern. "Die Bäume, die auf den Mauerkronen und Logengängen wachsen, sind mittlerweile mehrere Meter hoch, und zwängen ihre Wurzeln mit jedem Tag tiefer in das erhaltene Mauerwerk", bedauerte Zdrachal. Zum zweiten solle endlich ein Schutzdach errichtet werden, um die denkmalgeschützten Areale zu sichern. (APA)

 

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