Das Leben in den Ozeanen verändert sich dramatisch

14. August 2009, 17:55
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Vom Menschen verursachter CO2-Ausstoß ist für viele großteils negative Umwälzungen in den Meeren verantwortlich

Washington/München - Der vom Menschen verursachte CO2-Ausstoß hat vermutlich nicht nur Einfluss auf klimatische Vorgänge, auch auf die biologischen Kreisläufe der Meere hat das vermehrt freigesetzte Kohlendioxid dramatische Einflüsse. Die Veränderungen reichen von den Genen von Tieren und Pflanzen bis hin zu ganzen Ökosystemen wie etwa der Tiefsee.

Unvorhersehbare Veränderungen

"Das Dramatische an der Tatsache ist, dass damit die Nahrungssicherheit der Menschen aus den Weltmeeren gefährdet ist", warnen Mike Kingsford vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies und Andrew Brierley von der schottischen St. Andrews University.
Die Veränderungen sind in einigen Fällen nicht vorhersehbar - und sie laufen schnell ab, wie die beiden Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Current Biology schreiben.

Fischbestände verändern ihr Habitat, neue Arten kommen, andere sterben aus und Invasoren ziehen in fremde Lebensräume. "In der Vergangenheit waren die Grenzen zwischen geologischen Perioden durch eine plötzliche Welle von aussterbenden Arten gekennzeichnet. Heute kommen wir in eine neue Ära, in der Klimawandel und einige andere vom Menschen verursachte Faktoren wie Überfischung zu den größten Bedrohungen der Ozeane gehören", so die Autoren. Sie weisen erneut darauf hin, dass die Weltmeere einen wesentlichen Beitrag zur Ernährungssicherheit der Erde leisten. "Es ist daher von großer Eile, dass wir sofort eingreifen, ehe es noch zu weiteren massiven Veränderungen, die wir etwa von den Regenwäldern kennen, kommt."

Versauerung

Die Versauerung der Ozeane durch höhere CO2-Werte beispielsweise zerstört viele Lebewesen wie etwa Plankton, Muscheln, Schnecken und Korallen. Zudem kommt noch eine Verringerung des Sauerstoffgehalts, die auch zur Ausdehnung so genannter Todeszonen in Meeren führt. Das habe wesentliche Auswirkungen auf die produktivsten Fischgewässer in den kühleren Meeresgebieten. Die Meere tragen weltweit zu einem Sechstel der gesamten Proteinversorgung der Menschen bei.

Jegliche Verluste wirken sich unmittelbar auf die Ernährungssituation aus. Weitere Bedrohungen der Weltmeere sind die Verunreinigungen durch toxische Abwässer, Müll, einer stärkeren UV-Einstrahlung, Bioinvasoren und Krankheiten. Viele der Meereslebewesen halten den Mehrfach-Stress durch diese Faktoren kaum aus und werden massiv geschwächt. "In Anbetracht dieser großräumigen Veränderungen, sind selbst großangelegte Netzwerke mariner Schutzzonen kaum ein adäquates Mittel um die Zerstörung aufzuhalten", meinen die Autoren. (red/pte)

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    Der Mensch beeinflusst die die biologischen Kreisläufe der Meere im Großen wie im Kleinen.

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