300 Kinder an Bleivergiftung erkrankt

12. August 2009, 12:51
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Behörden schließen Schmelzerei

Peking - Nach der Erkrankung von mehr als 300 Kindern wegen einer Bleivergiftung haben die Behörden in Nordchina eine Schmelzerei geschlossen. Das berichteten staatliche Medien am Mittwoch. Beobachter werten die Schließung der Blei- und Zink-Schmelze als einen seltenen Erfolg für Umweltschützer in China.

In der Nähe der Schmelzerei in der Provinz Shaanxi wurden seit Juli Kinder mit Vergiftungen in Krankenhäuser gebracht. Ihre Familien wiesen der Fabrik die Verantwortung für die Erkrankungen zu. Ein Untersuchung ergab laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, dass ausgetretenes Blei Boden, Luft und Wasser verschmutzt hat. Betroffen sind 425 Familien, die in der Nähe der Fabrik in der Stadt Changqing leben. Nun sollen innerhalb von zwei Jahren alle 581 Haushalte umgesiedelt werden, die im Umkreis von 500 Metern um die Fabrik leben.

In China gibt es nach Jahrzehnten rasanten Wirtschaftswachstums viele Umweltprobleme. Besonders große Flüsse sind häufig stark verschmutzt. Dazu trägt ein lockerer Umgang mit Umweltbestimmungen und Sicherheitsvorschriften bei. Bleivergiftungen, an denen vor allem Kinder erkranken, beeinflussen das Nervensystem und die Fortpflanzungsfähigkeit. Sie können zu hohem Blutdruck, Anämie, Gedächtnisverlust und in extremen Fällen zu Koma und Tod führen. (APA/AP)

 

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