Angeklagte Journalistin durfte nicht ausreisen

12. August 2009, 11:14
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Der wegen Tragen von Hosen angeklagten Journalistin Lubna Ahmed al-Hussein wurde der Zugang zu einem Flugzeug nach Beirut verwehrt

Khartum - Lubna Ahmed al-Hussein ist eigenen Angaben zufolge an der Ausreise aus dem Sudan gehindert worden. Die sudanesische Journalistin ist wegen des Tragens von Hosen in der Öffentlichkeit angeklagt. Sicherheitsbeamte hätten ihr in der Nacht zu Dienstag am Flughafen der Hauptstadt Khartum den Zugang zu einem Flugzeug nach Beirut verwehrt, sagte Hussein der Nachrichtenagentur AFP. Die Beamten hätten auf ein gegen sie verhängtes Ausreiseverbot verwiesen, aber keinen Nachweis darüber erbringen können. Hussein wollte in der libanesischen Hauptstadt Beirut an einer Sendung des arabischen Satellitenkanals MBC teilnehmen.

Strafe von 40 Peitschenhieben

Hussein war Anfang Juli mit zwölf weiteren Frauen von Polizisten aufgegriffen worden, weil sie Hosen trugen. Bei einer Verurteilung droht ihr eine Strafe von 40 Peitschenhieben. Wegen der juristischen Immunität der für die UN-Pressestelle in Khartum arbeitenden Journalistin wurde der Prozess gegen sie auf September vertagt. Hussein will das Verfahren nach eigenen Angaben nutzen, um das Gesetz zu Fall zu bringen, das Frauen für das Tragen von "unschicklicher" Kleidung mit Peitschenhieben droht. (APA/AFP)

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