Costaricanischer Präsident Arias erkrankt

12. August 2009, 09:48
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Sieben Tage Quarantäne im Präsidentenpalast - 69-Jähriger hat wegen Asthma-Erkrankung höheres Risiko

San Jose  - Die Schweinegrippe macht auch vor der Spitzenpolitik nicht halt: Der Präsident des mittelamerikanischen Landes Costa Rica, Oscar Arias, ist an der H1N1-Influenza erkrankt. Der 69-Jährige teilte am Dienstag (Ortszeit) in der Hauptstadt San Jose mit, er sei in seiner Residenz für sieben Tage unter Quarantäne gestellt worden. Er werde den Regierungsgeschäften aber weiterhin nachgehen.

"Die Pandemie macht keine Unterschiede", sagte Arias. "Ich bin ein Fall mehr in diesem Land und den Empfehlungen unterworfen, welche die Gesundheitsbehörden für die ganze Bevölkerung ausgegeben haben." In Honduras sind bisher 800 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt, 27 Menschen starben nach offiziellen Angaben.

Abgesehen von Fieber und Halsschmerzen fühle er sich in guter Verfassung, sagte Arias. Die ersten Symptome seien am Sonntag aufgetreten, und er werde jetzt mit dem Grippemittel Oseltamivir (Tamiflu) behandelt. Arias leidet an Asthma und unterliegt den Angaben zufolge deswegen einem höheren Risiko.

Arias hatte am Dienstagvormittag um eine Untersuchung gebeten, sagte Parlamentspräsident Francisco Antonio Pachecho vor Journalisten. Die Untersuchung habe ergeben, dass sich der Präsident mit dem neuen Virus infiziert habe. Seinem Bruder und Stabschef Rodrigo Arias zufolge hat der Präsident selbst darum gebeten, dass die Bevölkerung von der Erkrankung informiert werde. Arias ist damit das prominenteste Opfer der Grippe-Epidemie, die im April in Mexiko ausgebrochen ist.

Pachecho sagte, dass Arias in einer "recht guten Verfassung" sei. Deswegen wolle er seine Vollmachten nicht an den Parlamentspräsidenten übergeben. Arias wolle seine Arbeit am Montag wieder voll aufnehmen.

Der Nobelpreisträger hat sich jüngst auch als Vermittler in der honduranischen Staatskrise betätigt. Arias hat zur Beilegung der Krise eine Rückkehr des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya sowie die Ausschreibung vorgezogener Neuwahlen vorgeschlagen.

Der aus einer wohlhabenden Familie stammende Arias war bereits von 1986 bis 1990 Präsident von Costa Rica. 1987 erhielt er den Friedensnobelpreis für einen Plan zur Beendigung der Bürgerkriege in Zentralamerika. Im Jahr 2006 schaffte er mit dem Versprechen, die Korruption in Costa Rica zu bekämpfen und ein Freihandelsabkommen mit den USA zu schließen, ein politisches Comeback und wurde neuerlich zum Staatspräsidenten gewählt. (APA/Reuters/AFP/AP/dpa)

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