Do-it-yourself-Boliden im Test bei "Formula Student Austria"

11. August 2009, 20:17
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Hochschulwettbewerb findet erstmals in Österreich statt

Können und Kreativität sind gleichermaßen gefragt bei der "Formula Student Austria", dem internationalen Hochschulwettbewerb für die Konstruktion von Rennwagen. Von heute, Mittwoch, bis Samstag treten heuer erstmals in Österreich Hochschüler aus der ganzen Welt mit ihren Fahrzeugen gegeneinander an. Ähnliche europäische Bewerbe, die nach amerikanischem Vorbild auf die Räder gestellt wurden, finden bereits in Deutschland, Großbritannien und Italien statt.

Auf dem ÖAMTC-Testgelände in Melk absolvieren die Boliden und ihre "Eltern" mehrere Disziplinen: Die Studenten müssen die Jury, in der auch diverse Automobilunternehmen vertreten sind, nicht nur mit ihrer Gesamtkonstruktion, den eingesetzten Materialen sowie einem erfolgversprechenden Verkaufskonzept überzeugen. Daneben gilt es noch bei Beschleunigungs- und Ausdauerwettbewerben zu punkten.

"Besonders stark gewichtet werden Ausdauerrennen und effizienter Kraftstoffverbrauch. Will man Gesamtsieger werden, darf man sich aber eigentlich nirgends einen Ausrutscher leisten - was nicht so einfach ist", meint Stefan Pressl, der organisa-torische Leiter des TU Graz Racing Teams, das gemeinsam mit den Mannschaften der Fachhochschule Joanneum Graz und der TU Wien unter den 24 Teilnehmern Österreich vertritt.

Beim "Formula Student"-Wettbewerb in Michigan konnten die 54 Studenten der Technischen Universität Graz mit ihrem Modell heuer bereits den Gesamtsieg erreichen. Damit in solch einem Fall statt "Austria" nicht etwa "Australia" die Lorbeeren einheimst, trägt ihr Fahrzeug den Namen Tankia ("There Are No Kangaroos In Austria") 2009.

Die "Formula Student" bietet ihren Teilnehmern die Möglichkeit, während des Studiums erworbenes Wissen auch in der Praxis anzuwenden. Das Reglement legt fest, dass sich die Hochschüler um sämtliche technische und organisatorische Belange von der Entwicklung über die Konstruktion bis zur Testphase selbstständig kümmern müssen. Auch der Fahrer sollte möglichst aus den eigenen Reihen kommen.

Davon, dass der Wettbewerb nun auch in Österreich stattfindet, ist Pressl begeistert: "Sicherlich hat man den Traum, auch einmal an einem Bewerb im eigenen Land teilzunehmen." Und was will sein Team bei der "Formula Student Austria" erreichen? "Gewinnen, natürlich!" Auch wenn es nur um die Ehre geht. (Natalie Bachl/DER STANDARD, Printausgabe, 12.08.2009)

  • Artikelbild
    foto: tu graz racing team
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