RNA - verkannte Moleküle

11. August 2009, 19:24
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RNA, kurz für Ribonukleinsäure, hat in der Zelle die wesentliche Funktion, genetische Informationen in Proteine umzusetzen. Sie fungiert hierbei als Informationsträger in Form der mRNA (für "messenger RNA", auch Boten-RNA genannt). Weiters bestehen auch die für die Umsetzung dieser Information verantwortlichen Zellbestandteile im Wesentlichen aus RNA. Spezielle RNAs sind zudem an der Genregulation beteiligt.

RNA ist, im Gegensatz zur doppelsträngigen DNA (Desoxyribonukleinsäure, Trägerin der Erbinformation), in der Regel einzelsträngig. Lange traute man der RNA wenig zu, sie galt bloß als Gehilfin ihrer großen Schwester DNA. Doch ab den 1990ern wurden verschiedene "kleine RNAs" entdeckt (zum Beispiel microRNAs, small interfering RNAs). Rasch wurde deutlich, dass die einst unterschätzten Moleküle viele Prozesse in der Zelle von Grund auf steuern, etwa Wachstum und Krankheitsabwehr.

Zu diesen Kontrollmechanismen gehört auch die 1998 beschriebene RNA-Interferenz (RNAi): Kurze RNA-Moleküle sorgen für die Stummschaltung einzelner Gene. Für die Entdeckung der RNAi erhielten Andrew Fire und Craig Mello 2006 den Medizin-Nobelpreis. Der Mechanismus existiert in Pflanze, Tier und Mensch. (DER STANDARD, Printausgabe, 12.08.2009)

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