108.000 Alleinerziehende armutsgefährdet

11. August 2009, 18:14
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Armutskonferenz fordert bessere Absicherung über das Kindergeld

Wien - Die Armutskonferenz erinnert angesichts der Verhandlungen um das einkommensabhängige Kindergeld an die "prekäre soziale Situation" vieler Alleinerziehenden. Etwa 108.000 Alleinerziehende in Österreich seien armutsgefährdet, rund 49.000 davon seien bereits manifest arm. "Zuschläge für einkommensschwache Familien und faire Bezugsdauer für Alleinerziehende haben eine armutspräventive Wirkung", erklärte Sozialexperte Martin Schenk die Forderungen der Armutskonferenz.

Alleinerziehende hätten gegenüber der Restbevölkerung ein dreifach erhöhtes Armutsrisiko und seien in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern auch "überproportional" von Armut betroffen. Anders sei die Situation etwa in den nordischen Ländern: "Dort haben Alleinerziehende ein geringeres Armutsrisiko als kinderlose Singles", meinte Schenk. "Das ist einerseits das Resultat gezielter Transfers und andererseits die Folge eines umfassenden Betreuungsangebots, das auch Alleinerziehende in die Lage versetzt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen."

In Österreich aber sei "immer, wenn es um die ärmsten Prozent der Bevölkerung geht", "kein Geld da". Dieses "Muster" sei "bei der Verschlechterung der Mindestsicherung genauso wie jetzt beim Kindergeld beobachtbar", kritisierte Schenk. "Offensichtlich ist für alles im Finanzministerium Geld da, nur nicht für die Absicherung gegen Armut."

Als "manifest arm" gilt in Österreich laut Statistik Austria, wer einerseits ein geringes Einkommen hat und andererseits mit bedrückenden Lebensbedingungen konfrontiert ist. Betroffene können beispielsweise abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten und keine unerwarteten Ausgaben tätigen.

SPÖ und ÖVP verhandeln derzeit über die endgültige Regelung des Kindergeldes. Zuletzt war offen, wie lange Alleinerzieherinnen Kindergeld beziehen können. Die SPÖ forderte eine zwei Monate längere Bezugsdauer, die ÖVP war dagegen. (DER STANDARD, Printausgabe 12.08.2009)

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    Anstehen um Essen: Alleinerziehende sind in Österreich überproportional von Armut betroffen.

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