Junge Generation erobert Gremien der Fatah

11. August 2009, 17:53
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Nur drei Kandidaten im Amt bestätigt - Arafat-Neffe sieht "gewaltige Veränderung"

Bethlehem/Kairo - Auf den hinteren Plätzen der 18 neu zu wählenden Mitglieder des Fatah-Zentralkomitees waren die Abstände so eng, dass noch einmal nachgezählt werden musste. Am Resultat änderte sich aber nichts: Die junge Generation der Fatah hat mehr als zwei Drittel der Sitze in diesem führenden Gremium für sich erobert. Das ist mehr als die kühnsten Optimisten gehofft hatten. "Das ist ein unerwartetes Resultat, eine gewaltige Veränderung" , kommentierte Nasser al-Kidwa, der Neffe von Yassir Arafat und langjähriger UN-Botschafter, der selbst einen Sitz gewonnen hat.

Große Unterstützung erhielt vor allem Marwan Barghuti, die Führungsfigur der zweiten Intifada, der eine lebenslange Haftstrafe in einem israelischen Gefängnis absitzt. Er ist der meist zitierte Name, wenn es um die Nachfolge des 74-jährigen Mahmud Abbas als Palästinenserpräsident geht.

Die meisten der neuen Gesichter gehören der Generation der 50-Jährigen an, die in den Palästinensergebieten aufgewachsen sind. Sie sind keine Unbekannten. Einige von ihnen sind auch kontroverse Figuren, denen Korruptionsvorwürfe anhaften, wie dem ehemals starken Mann in Gaza, Mohammed Dahlan. Die Mehrheit gilt als Pragmatiker und erklärte Befürworter des Friedensprozesses. Der große Sieger heißt aber Abbas. Er hat seine Position noch wesentlich gestärkt. Abbas war am Samstag als Fatah-Vorsitzender wiedergewählt worden. So bleibt auch der Friedensprozess weiterhin die strategische Wahl.  (Astrid Frefel/DER STANDARD, Printausgabe, 12.8.2009)

  • Mahmoud Abbas (links) wurde im Amt bestätigt, Ex-Premier Ahmed Queria ist nicht mehr im Fatah-Zentralkomitee
    foto: epa

    Mahmoud Abbas (links) wurde im Amt bestätigt, Ex-Premier Ahmed Queria ist nicht mehr im Fatah-Zentralkomitee

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