Eine Frau matcht sich mit vier Männern

11. August 2009, 17:52
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Nur eine der fünf Landtagsparteien, die am 27. September zur Wahl antreten, schickt eine Frau als Spitzenkandidatin ins Rennen

Linz - Nur eine der fünf Landtagsparteien, die am 27. September zur Wahl antreten, schickt eine Frau als Spitzenkandidatin ins Rennen: das BZÖ. Dessen Landesobfrau Ursula Haubner wird sich mit ÖVP-Landeshauptmann Josef Pühringer, SPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider, dem grünen Landesrat Rudi Anschober und dem FPÖ-Spitzenkandidaten Manfred Haimbuchner um Stimmen matchen. Alle anderen kandidierenden Parteien haben keine realistischen Chancen auf einen Einzug in den Oberösterreichischen Landtag.

Der promovierte Jurist Josef Pühringer, der am 30. Oktober seinen 60. Geburtstag feiert, war während des Studiums als Religionslehrer tätig und ist seit 1995 Landeshauptmann. Dieses Amt gilt es bei der Wahl zu verteidigen. Seit 2003 arbeitet seine ÖVP mit den Grünen zusammen, Präferenzen für eine künftige Koalition nannte er bisher nicht. Der Wahlkampf ist jedenfalls voll auf ihn zugeschnitten: Er ist auf vielen der Plakate zu sehen, die Volkspartei geht als "ÖVP - Liste Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer" ins Rennen. Hobbys des Spitzenkandidaten, der verheiratet und Vater von drei Kindern ist, sind Wandern, Laufen, Saunieren und Lesen, seine Lieblingsspeisen Spinat mit Spiegelei, Fisch, Geselchtes und Kaiserschmarrn.

Der studierte Informatiker Erich Haider (52) ist seit neun Jahren Landeshauptmann-Stellvertreter. Bei der vorangegangenen Landtagswahl schaffte die SPÖ zwar einen zweistelligen Gewinn an Prozentpunkten, ging aber bei den anschließenden Koalitionsverhandlungen leer aus. Haider gibt sich seitdem, aber auch schon im Wahlkampf 2003 besonders angriffig - gegen die ÖVP und die Grünen, die er als deren Anhängsel tituliert. Das hat ihm wiederholt den Vorwurf eingebracht, das sprichwörtlich gute politische Klima in Oberösterreich zu stören. Im laufenden Wahlkampf setzt er alles daran, sein Ziel zu erreichen, Landeshauptmann von Oberösterreich zu werden. Haider ist verheiratet, hat zwei Kinder und isst am liebsten Hausmannskost. In seiner Freizeit schwört er auf Radfahren, Fußball, Tischtennis und Schwimmen.

Für den 48-jährigen Rudi Anschober bedeutet die kommende Wahl eine Richtungsentscheidung darüber, ob es mit Grün "weiter in die Zukunft" geht oder das Land mit der FPÖ "scharf nach rechts" abbiegt. Seine Partei schaffte vor sechs Jahren den Regierungseinzug. Anschober ist seitdem Umweltlandesrat, seit 1997 sitzt er im Landtag. An die Grünen angedockt hat der ausgebildete Lehrer und freiberufliche Journalist einst, weil seine brieflichen Hilferufe an Politiker im Kampf gegen das tschechische Atomkraftwerk Temelin "nur mit Blabla" beantwortet worden seien. Seine Hobbys sind Lesen, Laufen und Gartenarbeit, er kocht gerne Biogerichte.

Manfred Haimbuchner (31) ist der jüngste der Spitzenkandidaten. Der freiheitliche Landesobmann-Stellvertreter gibt sich zuversichtlich, die Grünen aus der Landesregierung zu drängen und seine Partei dorthin zurückzuhieven. Auf ein bestimmtes Amt will sich der Doktor der Rechtswissenschaften aber nicht festlegen lassen. Das Interesse an Politik hat er wohl von daheim mitbekommen. Sein Vater war FPÖ-Bürgermeister. Privat ist Haimbuchner, der 2006 als jüngster freiheitlicher Mandatar in den Nationalrat gewählt wurde, flott unterwegs: Der passionierte Motorradfahrer hört gerne Austropop, Neue Deutsche Welle und Beethoven. Sein Lieblingsfilm ist "Spartacus", ein "Klassiker über den Kampf um Freiheit".

Ursula Haubner, am 22. Dezember 1945 geboren, geht für das BZÖ ins Rennen. Die Schwester des im Vorjahr verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider war bereits Mitglied der Oberösterreichischen Landesregierung: von 1997 bis 2003 als Umwelt-, Konsumentenschutz- und Frauenlandesrätin, damals für die FPÖ. Als Ziel für die kommende Wahl nennt die frühere Koch- und Handarbeitslehrerin zumindest den Einzug in den Landtag. Haubner, von 2005 bis 2007 Sozialministerin und seitdem Nationalratsabgeordnete, verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Lesen, dem Besuch von Flohmärkten und Gartenarbeit. Sie ist verheiratet und hat zwei Töchter. (APA)

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    Fünf Parteien können den Einzug in den oberösterreichischen Landtag schaffen.

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