Kunst-Uni bleibt in Linz

11. August 2009, 17:24
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Ministerium will Keramik-Klasse nicht in Gmunden

Linz - Die Studenten der Keramik-Klasse der Linzer Kunst Universität (KU) müssen nicht zum Wintersemester in die "Provinzstadt" Gmunden übersiedeln, wie die KU-Hochschülerschaft die Stadt bezeichnet. Das Wissenschaftsministerium verweigerte am Dienstag die Auslagerung der Fachrichtung von Linz-Urfahr in die Töpferstadt am Traunsee.

Alle Fächer der Kunst-Uni Linz müssten an einem zentralen Standort angeboten werden, teilte das Ministerium Rektor Reinhard Kannonier im Rahmen der laufenden Gespräche über die Leistungsvereinbarungen für 2010 bis 2012 mit.

Im Jänner hatte Landeshauptmann Josef Pühringer den Verlegungsplänen der KU seine Zustimmung zugesichert. Gmundens Bürgermeister Heinz Köppl (ÖVP) warb daraufhin für die Ansiedlung der Uni. Seine Stadt habe sich mit der Geschirr-Manufaktur und dem Töpfermarkt über Österreichs Grenzen hinaus den Ruf einer Keramikstadt erworben. Die Hochschülerschaft sprach hingegen von einer "schwerwiegenden Fehlentscheidung". Kannonier habe aus "monetärem Kalkül" der Verlegung zugestimmt, protestierte Jakob Dietrich, Vorsitzender der KU-Hochschülerschaft, im Namen der 40 betroffenen Studierenden. Dort fehlten freilich die "universitären Strukturen".

Tatsächlich hatte das Land Oberösterreich eine zehnjährige Unterstützung sowie eine zusätzliche Professur und eine finanzielle Starthilfe für Gmunden zugesagt. Jetzt müsse das Ministerium für die finanzielle Absicherung der Keramik-Klasse sorgen, sagt der Rektor. Andernfalls drohe das Aus. (Kerstin Scheller, DER STANDARD, Printausgabe, 12.8.2009)

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