Laut Bundeskriminalamt keine veränderte Gefahrenlage

11. August 2009, 17:17
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Auch Kampusch selbst fühlt sich nicht bedroht und will keinen Personenschutz

Wien - Das im Fall Kampusch ermittelnde Bundeskriminalamt (BK) glaubt nicht an eine Gefährdung von Natascha Kampusch durch einen möglichen Komplizen ihres Entführers Wolfgang Priklopil. "Wir sehen es überhaupt nicht", sagte Gerhard Lang, Sprecher der zuständigen Sonderkommission, zur APA. "Es hat sich nichts geändert", betonte er im Hinblick auf die seit November 2008 laufenden Ermittlungen.

Demnach gibt es weiter keine konkreten Anhaltspunkte auf Mittäter von Priklopil, der bisher als Einzeltäter gilt. Die SoKo gehe weiter ihrer ursprünglichen Aufgabe nach: Die Durchführung offener Vernehmungen im Bereich Kinderpornografie im Umfeld des Falls, aber nicht im direkten Bezug zu Natascha Kampusch, betonte Lang. Der seit 4. August zugeteilte Grazer Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher habe noch keine neuen Aufträge erteilt.

Die Evaluierungskommission wäre, nur wenn sie wirklich eine effektive Gefahr sehen würde, offiziell an die Kriminalpolizei herangetreten, erläuterte Lang seine Informationen über die Ansichten der Kommission. Diese habe sich aber nur darüber Gedanken gemacht, dass es eine Bedrohung geben könnte, wenn es einen zweiten Täter geben sollte. Für einen Personenschutz wären dies zu viele "wenns".

Auch Natascha Kampusch selbst und ihre Berater halten Personenschutz für nicht notwendig: "Es gibt ja auch kein verändertes Bedrohungsszenario. Es ist uns nichts mitgeteilt worden, es ist ja nicht weiter konkretisiert worden", so ihre Medienberater zur APA. "Mit unserem Wissensstand gibt es keine Veranlassung."

Der zuständige Oberstaatsanwalt wollte sich inhaltlich nicht zu dem Fall äußern. "Zur Gefährdung kann ich nichts sagen, weil das nicht mein Aufgabenbereich ist", so Mühlbacher. Für die Abwehr von Verbrechen sei die Sicherheitspolizei zuständig und diese obliege dem Innenministerium. "Ich habe laufend Kontakt mit dem Bundeskriminalamt", meinte er über seine Arbeit. Auch mit der Evaluierungskommission gab es bereits Gespräche: "Da wird es auch ein Treffen geben." (APA)

 

 

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