Notebook-Einsatz im Unterricht fördert Schlüsselkompetenzen

24. März 2003, 09:53
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Didaktik ist laut Studie nicht allein für gute Ergebnisse verantwortlich

Seit Herbst 2000 sind Notebooks ein fester Bestandteil im Unterricht einiger österreichischer Schulklassen. Eine neue Studie des Instituts für Bildungspsychologie und Evaluation der Universität Wien und der Unternehmensberatung Arbor Management Consulting, "e-teaching und e-learning in Notebook-Klassen", stellt jetzt dem Einsatz der kleinen portablen Computer ein gutes Zeugnis aus. Die ersten Zwischenergebnisse sollen im Rahmen des 2. Notebook-Symposiums an der Donau-Universität Krems am 1. April mit einem breiteren Publikum diskutiert werden.

Kompetenzen

"Notebooks haben den Lehr- und Lernalltag revolutioniert und mit der Lernkultur gebrochen - und das durchaus im positiven Sinne", stellte die Bildungspsychologin Christiane Spiel im Gespräch mit der APA fest. Denn auf ihre Art leisten die Computer einen Beitrag zum Erwerb jener Kompetenzen, die nach Spiel zum "Lebenslangen Lernen" notwendig sind.

Teamarbeit

So hätte sich gezeigt, dass die Schüler der 25 teilnehmenden Notebook-Klassen nicht nur selbstständiger arbeiten könnten als ihre gleichaltrigen Kollegen, sondern auch in Fragen des Informationsmanagements und bei der Teamarbeit besser abschnitten. Überprüft wurden diese Fähigkeiten anhand konkreter Aufgaben, die den Schülern aus sämtlichen Schultypen im Rahmen der Studie gestellt wurden. "Wir haben die Schüler gebeten, den Aufenthalt einer Austauschklasse in ihrer Schule zu organisieren und dabei festgestellt, dass die Jugendlichen aus Notebook-Klassen Informationen einfach besser strukturieren können", betonte Spiel.

Bewusst

Auffallend sei auch, dass die Schüler selbstbewusster agieren als ihre Kollegen. Spiel führt diesen Umstand darauf zurück, dass sich die Jugendlichen zwar am Beginn als Personen erleben, die wenig können, dass aber das Erfolgserlebnis schwierige Aufgaben doch lösen zu können, zu einer höheren Kompetenzüberzeugung führt. "Die Schüler sind eher davon überzeugt, auf Basis ihrer eigenen Fähigkeiten Dinge zu bewirken", meint die Universitätsprofessorin.

Positiv

Befürchtungen von Lehrern, dass die Schüler in ihren Leistungen absinken würden oder sich schlechter konzentrieren können als andere, konnten im Laufe der Studie ausgeräumt werden. Interessanterweise verbringen die Jugendlichen laut Spiel zu Hause auch nicht mehr Zeit am Computer.

Umfeld

Ob der Unterricht mit Laptops allerdings entsprechende Früchte trägt, liege auch an den Rahmenbedingungen in den einzelnen Klassen oder Schulen. Dass es dabei nicht nur auf eine gute Didaktik ankomme, beweise der Umstand, dass ein Klasseneffekt gefunden werden konnte. So kamen die besten 20 Einzelleistungen zu 50 Prozent aus den vier besten Klassen.

Bedingungen

"Wir sind jetzt gerade dabei zu untersuchen, welche Faktoren für ein Gelingen des Unterrichts ausschlaggebend sind", eröffnet Spiel einen Einblick in die weiteren Forschungen. Anhand dieser Daten, die auch erheben, wie sich das Lernen durch den neuartigen Unterricht subjektiv verändert hat, soll ein Maßnahmenkatalog entwickelt werden, der den Unterricht und die Rahmenbedingungen optimieren soll. Die Ergebnisse dieser Befragungen sollen Anfang Mai vorliegen. (pte)

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