Streit im Hause Microsoft

24. März 2003, 12:39
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Softwarekonzern ignoriert eigene Support-Abteilung und löscht Internet Explorer 5.5 SP2

Eigenartige Vorgänge haben sich kürzlich rund um die verschiedenen Versionen des Internetbrowsers von Microsoft, Internet Explorer, abgespielt. Still und leise hat der Softwarekonzern Internet Explorer 5.5 Service Pack 2 von seinen Download-Servern entfernt. Sehr zum Missfallen der eigenen Supportabteilung.

Extende

Microsoft verweist auf der Downloadsite darauf, dass der IE 5.5 SP2 nun in die "Extended Support Phase" eingetreten sei und nur mehr Sicherheitsfixes bis Jahresende zur Verfügung gestellt würden. Upgradewillige User werden auf den neuesten IE 6 SP1 verwiesen. Gleichzeitig wird aber der ältere IE 5.01 SP2 weiterhin angeboten. Diese auf den ersten Blick unlogische Vorgehensweise dürfte dadurch begründet sein, dass der IE5 von vielen Unternehmen auf Windows 2000 System eingesetzt wird und diese bei Software-Upgrades eher zögerlich sind – Stichwort "Never change a running system". IE 5.5 war hingegen mit dem Betriebssystem Windows ME ausgeliefert worden, welches im Businessbereich kaum Verwendung findet.

Streits

Allerdings hat Microsoft nicht daran gedacht, die hauseigene Supportabteilung vor dem Löschen des IE 5.5 SP2 zu konsultieren. Wie BetaNews berichtet, sind die dortigen Mitarbeitern gar nicht erfreut. Sie empfehlen demnach Nutzern älterer Betriebssysteme wie Windows 98 nämlich Upgrades gerade auf IE 5.5 durchzuführen. Direkte Upgrades auf IE 6 sollen oft große Probleme bereiten, während schrittweises Vorgehen, zuerst auf IE 5.5 und dann auf IE6, üblicherweise glatt geht. Die MS-Helfer sollen nun dazu übergegangen sein, eine von CNET vermarktete Version des IE 5.5 zu empfehlen. Diese Software soll noch verfügbar sein. (pte)

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