Das Internet als Instrument gegen den Krieg

23. März 2003, 14:40
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Rund um den Globus starten Aktionen gegen den Irak-Krieg - auch im Internet häufen sich Proteste und starten Petitionen

Schon bevor der Krieg zwischen den USA und dem Irak begonnen hatte, sammelten sich im Internet die kritischen Stimmen gegen eine militärische Konfrontation. Mittlerweile rufen unzählige Webseiten rund um den Globus zum Protest gegen den Irak-Krieg auf und versuchen mit Petitionen ein baldiges Ende des Konfliktes zu erreichen.

Demonstrationen und Petitionen

Viele Webseiten rufen die Online-Community zur aktiven Beteiligung an Demonstrationen auf, um so ihren Regierungen zu zeigen, dass sich die Welt für den Frieden einsetzen muss. Mit Slogans wie etwa "Protest the War, Take to the Streets!" macht United for Peace gegen den Krieg mobil. Auch www.internationalanswer.org versucht in den USA die Anti-Kriegs-Aktivisten zu gemeinsamen Kundgebungen und Demonstrationen zu bewegen. Die Erfolge, die das Internet als Motivator und Koordinationszentrale der Anti-Kriegs-Bestrebungen einnimmt, können sich durchaus sehen lassen.

Auch in Europa

Auch in Europa werden Internet-User zum Protest gegen den Krieg aufgerufen. Webseiten, wie etwa die britische www.stopwar.org.uk zeigen Widerstand gegen die "Koalitions-Truppen". Neben Demonstrationsterminen finden sich hier auch Tipps was der Einzelne noch tun kann um den Krieg zu stoppen. In Deutschland wurde als Antwort auf den Krieg das Anti-Kriegsbündnis.de gegründet.

Die Aktion Das Internet trägt schwarz ruf Webmaster auf, gegen den Krieg aktiv zu werden und auf ihren Seiten ein Zeichen zu setzen. Neben den Aufrufen zu Demonstrationen und Tipps für ein friedliches Zusammenleben finden sich - etwa bei www.stopwarnow.org - auch unzählige Bilder von Demonstrationszügen und Kundgebungen.

Protest-Emails und -Faxe

Wie der WebStandard bereits berichtete, haben US-Friedensbewegung Online gegen Irak-Krieg mobilisiert. Beim "virtuellen Marsch auf Washington" einer Anti-Kriegs-Koalition der Gruppen "Moveon.org" und "WinWithoutWar" wurden im Februar nach Angaben der Organisatoren 85.000 Protest-Emails und -Faxe an das Weiße Haus und den Kongress geschickt.

Protest-Emails können auch über die Homepage von "TrueMajority" ("Die Wahre Mehrheit"), einer Lobby-Vereinigung der Kriegsgegner in Washington, abgeschickt werden. Die in New York angesiedelte Anti-Kriegsgruppe "Not In Our Name" informiert auch über den Zeitplan der nächsten Protest-Aktionen.

Ungehört

Leider ungehört, blieben die Vorschläge zur friedlichen Beendigung des Irak-Konflikts auf der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik. So stellte etwa ein Sprecher der Transnational Foundation for Peace and Future Research einen 14-Punkte-Plan für eine politische Lösung der Problematik vor. Laut diesem Plan hätte eine Aufhebung der Handelssanktionen schon einen entscheidenden Schritt zu einem gewaltlosen Umschwung im Irak beigetragen. Doch leider wurden diese Vorschläge nicht als mögliche Alternativen in Betracht gezogen.(red)

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