Flüchtlingshilfe in Österreich gestartet

23. März 2003, 19:33
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Erste Hilfe Camps der Caritas - Rotes Kreuz entsendet Team - Individuelle Betreuung in Syrien - Spendenaufruf

Damaskus/Wien - Die österreichische Hilfe für Flüchtlinge aus dem Irak ist angelaufen. Die Caritas hat im Land selber bereits 14 Erste Hilfe Stationen errichtet, in Syrien kümmert sich ein Team um Menschen, die keinen offiziellen Flüchtlingsstatus haben und deshalb nicht in den Lagern aufgenommen werden.

"Wir versuchen, den Leuten individuell zu helfen", sagte die österreichische Caritas-Katastrophenleiterin Sabine Wartha aus Hassake in Syrien. Ein Team des Roten Kreuzes wird in den kommenden Wochen in das Gebiet aufbrechen.

Syrer enorm hilfsbereit

Die österreichischen Caritasmitarbeiter sind Teil eines internationalen Teams, das sich illegaler Flüchtlinge annimmt. "Wir fahren quer durch die Stadt, um die Familien aufzusuchen", beschrieb Wartha. Die Hilfsbereitschaft der syrischen Bevölkerung sei enorm. "Es ist eine große Solidarität spürbar", so die Katastrophenleiterin.

Versorgung mit Medikamenten vorrangig

Vorrangig bemühen sich die Helfer, einen Unterrichtsbetrieb für die Kinder aufzubauen und die Menschen mit Medikamenten zu versorgen. "Viele sind ja aus dem Kindergarten oder der Schule gerissen worden", sagte Wartha. Apotheken stellen der Caritas die Medikamente zum Selbstkostenpreis zur Verfügung.

Die Iraker sind teilweise sehr verängstigt. "Sie wollen oft nicht einmal ihren Namen sagen oder sich sonst wie registrieren lassen", meinte die Caritasmitarbeiter. Wie sich die Lage entwickeln wird, ist überhaupt nicht einzuschätzen. "Es ist immer wieder eine völlig neue Situation", so Wartha. Arbeit haben die Helfer jedenfalls mehr als genug. "Wann immer wir eine Türe öffnen, gehen 20 weitere auf."

Extra-Team für Trinkwasser-Bereitstellung

Das österreichische Rote Kreuz wird in den kommenden Wochen ein Team in die Region entsenden, das vor allem mit der Bereitstellung von Trinkwasser beschäftigt sein wird. "Wann genau sie abreisen, steht noch nicht fest", so Pressesprecher Gerald Czech. Zuerst müsse man den weiteren Verlauf des Krieges abwarten, um dann gezielt zu den Flüchtlingen stoßen zu können. "Wir sind in 48 Stunden vor Ort", sagte der Sprecher. Derzeit wird das Team auf den Einsatz vorbereitet.

Das internationale Rote Kreuz stellt gemeinsam mit dem Roten Halbmond etwa 300.000 Menschen. Die Aufgaben sind weitreichend. Vor allem gilt es aber, die Flüchtlinge zu versorgen und Trinkwasser bereitzustellen. "Besonders für Spitäler ist das enorm wichtig", erklärte Czech. Viele der Mitarbeiter - und auch ein Mitglied des österreichischen Teams - waren bereits während des ersten Golfkrieges in der Region. (APA)

Spendenaufruf

Die Organisationen sind für ihre Arbeit dringend auf Spenden angewiesen.

Folgende Spendenkonten wurden eingerichtet:

  • Caritas Österreich
    PSK-Konto 7,700.004
    Kennwort "Irak"

  • Rotes Kreuz
    PSK-Konto 2,345.000
    Kennwort "Irak-Krise"

  • oder
  • spende.roteskreuz.at
  • (Schluss) hai/wh
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