Anti-Kriegs-Strategie schafft Probleme

Redaktion, 25. März 2003 14:17

Kurzfilmtage Oberhausen hatten offizielle Vertreter der kriegführenden Nationen ausgeladen - Medienpartner 3sat droht mit Rückzug

Oberhausen/Mainz - Der Fernsehsender 3sat hat den Veranstaltern der Oberhausener Kurzfilmtage mit einem Rückzug von dem Festival gedroht, wenn sie ihr Hausverbot für Regierungsvertreter von kriegsbefürwortenden Staaten nicht zurücknehmen. Gerade in schweren Zeiten dürfe sich die Kultur nicht am "Stacheldrahtziehen zwischen den Völkern" beteiligen, begründete der Medienpartner am Dienstag in Mainz seine Entscheidung. Die Festivalleitung hatte am vergangenen Freitag erklärt, dass sie keine Vertreter der USA, Großbritanniens, Spaniens und Italiens dulden würden.

Festivalleiter Lars Henrik Gass sagte, er hoffe in einem klärenden Gespräch mit 3sat-Chef Gottfried Langenstein auf ein Einlenken des langjährigen Festival-Partners. "Unter gleichberechtigten Partnern müssen auch unterschiedliche Strategien auf dem Weg zum Frieden möglich sein", sagte Gass. Von einem "Hausverbot" könne zudem keine Rede sein. Vielmehr würden die Botschaften der betreffenden Länder nicht wie bisher üblich eingeladen.

3sat stiftet seit 1999 für das Festival einen Förderpreis und unterstützt die Produzenten durch den Ankauf von Filmen. Die 49. Internationalen Kurzfilmtage sind vom 1. bis 6. Mai in Oberhausen geplant. (APA/dpa)

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