Forschung zur Herzmuskelverdickung

23. März 2003, 10:30
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Weiteres verantwortliches Gen entdeckt - bisher waren acht Gene als Auslöser bekannt

Berlin - Deutsche Wissenschafter haben ein weiteres Gen entdeckt, das für die Entstehung der Herzmuskelverdickung verantwortlich ist. Bisher waren als Auslöser der so genannten Hypertrophen Kardiomyopathie (HCM) acht Gene bekannt, mit denen jedoch nicht alle Formen der Erkrankung erklärt werden konnten.

Forscher der Humboldt Universität und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin untersuchten das Gen CRP3, das den Bauplan für das Protein MLP enthält. Dieses Protein reguliert die Entwicklung des Herzmuskels und spielt zudem für die Struktur von Herzmuskelzellen eine wichtige Rolle. Tierversuche hatten gezeigt, dass Mäuse ohne dieses Protein eine schwere Herzmuskelschwäche zusammen mit einer Herzmuskelverdickung entwickeln.

MLP-Mutationen

Bei drei Familien mit einer Hypertrophen Kardiomyopathie wiesen die Forscher insgesamt drei verschiedene Mutationen des MLP-Gens nach. Alle Familienmitglieder mit MLP-Mutationen zeigten Zeichen der Herzmuskelerkrankung. Dagegen wurden bei hunderten gesunden Menschen keine MLP-Mutationen nachgewiesen. Die Forscher zeigten, dass durch die Mutationen der Bauplan von MLP an wichtigen Stellen verändert wird.

Nun wollen die Wissenschafter untersuchen, wie diese Genveränderungen konkret zur Herzmuskelerkrankung führen. Langfristig hoffen sie, dass ihre Forschung zu verbesserten Behandlungsmöglichkeiten sowohl dieses Leidens und auch der Herzinsuffizienz führt.

Die Hypertrophe Kardiomyopathie äußert sich meist durch Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Betroffenen spüren bei Anstrengung Atemnot und Druckgefühl auf der Brust. Ohne Beschwerden verläuft die Erkrankung oft unbemerkt. HCM ist eine der häufigsten Ursachen für plötzlichen Herztod bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Gewebe des menschlichen Herzens

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