Nachlese

Drogensubstitution: "Frage der Applikation, nicht Substanz"

12. August 2009, 20:23
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    foto: der standard/heribert corn

    Michael Dressel, Drogenkoordinator von Wien: "Es gibt eben eine gewisse Anzahl von Personen, bei denen es offenbar nicht nur um die Substitutions-, sondern auch um die Applikationsform geht."

Geht es nach dem Wiener Drogen-Koordinator Dressel, bleibt "Heroin auf Krankenschein" Zukunftsmusik

In Deutschland wird Schwersüchtigen seit Mai intravenös Diamorphin verabreicht. Auch in Österreich wird seit Jahren über "Heroin auf Krankenschein" debattiert. Geht es nach Michael Dressel, Drogenkoordinator Wiens wird hierzulande auch in Zukunft kein Diamorphin in der Substitution eingesetzt werden. Dressel erklärt, warum er ein Übernehmen des Deutschen Modells für wenig sinnvoll hält, er für die intravenöse Verabreichung von Substitutionsmittel ist und weshalb die Debatte über Drogen eine Ideologische ist.

***

derStandard.at: Herr Dressel, im Mai wurde im deutschen Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das den synthetischen Heroinwirkstoff Diamorphin als verschreibungsfähiges Betäubungsmittel einstuft. Es soll im Rahmen der Substitution intravenös und unter ärztlicher Aufsicht abgeben werden. Allerdings nur an schwerstabhängige Patienten über 23 Jahre, die vor Beginn der Therapie mindestens zwei erfolglose Therapien hinter sich gebracht haben und länger als fünf Jahre süchtig sind. Ist ähnliches in Österreich denkbar?

Michael Dressel: Das kann ich deshalb nicht so einfach beantworten, weil das Deutsche und das Österreichische Modell unterschiedliche Settings einsetzen. Das Programm in Deutschland arbeitet mit einem sehr hochschwelligen Setting, sprich, die Behandlung mit Diamorphin ist nur einer begrenzten Gruppe von Patienten zugänglich. Es ist ein extrem engmaschiges Programm, was bedeutet, dass man viele, die es brauchen könnten, gar nicht erreicht.

derStandard.at: Die deutschen Versuchsprogramme haben gezeigt, dass Patienten, die mit Diamorphin behandelt wurden, einen besseren Gesundheitszustand und eine geringere Kriminalitätsrate aufwiesen, als jene, die mit Methadon substituiert wurden. Spricht das nicht für Diamorphin?

Michael Dressel: Bessere Gesundheit und geringere Kriminalitätsrate sind Grundanliegen der Drogensubstitution: Es sind die eigentlichen Motive, warum man damit begonnen hat.

Aus meiner Sicht ist die ganze Diskussion um Diamorphine aber eher ein Glaubenskrieg, oder eine ideologische Debatte, denn in den vergangenen Jahren wurden verschiedenste Substanzen produziert, die man verwenden kann. Die modernen Medikamente ähneln einander alle mehr oder weniger.

derStandard.at: Worum geht es dann bei der Diskussion um den Einsatz von Diamorphinen?

Michael Dressel: Die eine Frage ist die der eingesetzten Substanzen, die andere ist die der Applikationsform. In Wien werden gegenwärtig an die 7.000 Süchtige substituiert - ausschließlich oral - und wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht, aber es gibt auch Missbrauch: Einerseits den Handel mit Substitutionsmittel und andererseits werden die Substanzen nicht so angewendet, wie vorgesehen.

Es gibt eben eine gewisse Anzahl von Personen, bei denen es offenbar nicht nur um die Substitutions-, sondern auch um die Applikationsform geht. Das heißt, sie sind einfach nicht von der Nadel wegzubekommen. Das ist sicher eine Herausforderung an ein Substitutionsprogramm, wie unseres in Wien, weil wir derzeit nicht die Möglichkeit haben, diesen Patienten ihre Dosis legal so zu verabreichen, dass sie auch wirklich in die Behandlung eingebunden werden können. Insofern wäre es sicher sinnvoll, über ein ähnliches Programm wie das Deutsche nachzudenken, um dieser Gruppe, die nicht von der Nadel wegzubringen ist, eine spezielle Therapie anbieten zu können.

derStandard.at: Von wie vielen Personen sprechen wir?

Michael Dressel: Ich glaube, dass die Gruppe nicht sehr groß ist. Ich schätze, dass sie 500 Personen nicht übersteigt. Wir haben das bisher noch nicht genau erforscht, arbeiten aber derzeit an einer Studie. Was wir wissen ist, dass diese Personengruppe hauptsächlich der so genannten Straßenszene angehört.

derStandard.at: Hierzulande ist die Meinung bezüglich des Einsatzes von Diamorphin gespalten. Alfred Springer, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Suchtforschung beispielsweise, ist für die intravenöse Abgabe von Morphin oder Heroin, während Gabriele Fischer, Leiterin der Drogenambulanz an der Wiener Medizin-Uni der Idee skeptisch gegenübersteht.

Michael Dressel: Ja, in Fachkreisen gibt es eine rege Diskussion über die Fürs und Wider. Es ist nicht so, dass man jetzt den Stein der Weisen gefunden hätte. Auch in Deutschland gibt es weiterhin keine einheitliche Position. Umso eher glaube ich, dass die politische Diskussion erst dann beginnen kann, wenn es dazu eine wissenschaftlich abgesicherte Expertise gibt, auf deren Basis die Entscheidung letztendlich getroffen werden muss. Eben auf rein fachlicher Basis.

Es gibt jetzt die Expertise zu Diamorphin, das in Deutschland implementiert worden ist, nur finde ich nicht, dass wir die Diskussion eins zu eins auf Österreich übertragen können. Deutschland setzt zum Beispiel keine Morphine in der Substitution ein, wir schon. Es gibt in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Traditionen, was die Substitution betrifft. In Deutschland und Österreich werden prozentuell gesehen annähernd gleich viele Personen substituiert, aber dort wird fast nur Methadon eingesetzt, während wir schon seit Jahren Morphine auf breiter Basis verwenden; zwar keine Diamorphine, sondern retardierte, aber Morphine. In Österreich steht uns eine breitere Auswahl an Substanzen zur Verfügung, als den Deutschen mit Methadon und jetzt eben noch mit der diamorphingestützten Substitution. Wir haben wiederum zwar ein breiteres Spektrum zur Auswahl, dafür keine intravenöse Substitutionsbehandlung, beziehungsweise noch nicht.

derStandard.at: Ist das österreichische Modell effizienter?

Michael Dressel: Die Einsatzbedingungen sind unterschiedlich. Ich glaube, dass wir diejenigen, die in Deutschland in einem Diamorphinprogramm sind, weitgehend mit unserer oralen Substitution erreicht haben. Die, die wir noch nicht haben, sind eben jene, die zur Straßenszene gehören, die auf der Straße kaufen und konsumieren. Dass sind jene geschätzten 400 bis 500 Personen, für die wir noch keine optimale Betreuung anbieten können. Die zu erreichen ist das Ziel, nicht jene, die ohnehin schon in Behandlung sind.

Einen Missbrauch von Substitutionsmitteln kann man natürlich nie hundertprozentig ausschließen, aber es funktioniert derzeit sehr gut und wir haben gerade nachjustiert. Es hat einige Probleme mit der Abgabe gegeben. Der Teufel steckt immer im Detail. Aber im Großen und Ganzen funktioniert die Substitution in Wien sehr gut, weshalb es hier praktisch keine Heroinszene mehr gibt. Die größte Straßenszene ist nach wie vor die am Karlsplatz und das ist eine Benzodiazepin- und keine Heroinszene. Das augenfälligste Problem, das bleibt, sind jene Patienten, die wir nicht in das Substitutionsprogramm bekommen, weil sie eben nicht von der Nadel wegzubringen sind.

derStandard.at: Sind Sie also Befürworter oder Gegner des deutschen Modells?

Michael Dressel: Nun, das deutsche Diamorphinprogramm ist, wie gesagt, ein hochschwelliges. Das heißt, die Patienten müssen sich an die soziale Begleitbetreuung halten, damit sie nicht aus dem Programm ausgeschlossen werden. Ich denke, viele, die in der Lage sind, sich an ein derart engmaschiges psychosoziales Programm zu halten, würden auch mit einer anderen Substitution zurechtkommen.

Andererseits kann man damit argumentieren, dass Diamorphin so gut ist, dass es die Motivation steigert, ein solches Setting einzuhalten. Faktum ist, dass die diamorphingestützte Behandlung in Deutschland keinen maximalen Nutzen bringt, sondern sie kommt nur für einen eingeschränkten Personenkreis in Frage. Der österreichische Weg - wobei man zwischen Wien und den anderen Bundesländern differenzieren muss, weil wir in Wien durch die Anonymität der Großstadt natürlich die meisten Substitutionspatientinnen und -patienten haben - ist ein anderer: Aus unserer Sicht muss Substitution sehr wohl eine Breitenwirkung haben. Entscheidend ist für mich auch, dass es eine Behandlungsvielfalt gibt: die Substitution mit verschiedenen Substanzen, die Abstinenz orientierte Therapie etc.

derStandard.at: Also „Heroin auf Krankenschein", ja oder nein?

Michael Dressel: Insofern, muss ich ehrlich sagen, bin ich nicht dafür, jetzt in Österreich eine Substanzdiskussion zu führen. Mag sein, dass etwa 20 Prozent der Suchtkranken lieber Diamorphin nehmen würden, als andere Morphine, aber das grenzt für mich an eine Ideologiedebatte. Wahrscheinlich besteht ein geringfügiger Unterschied in der Wirkung und es mag sein, dass Diamorphin dem Straßenheroin von der empfundenen Wirkung her am nächsten kommt. Deshalb ist es vermutlich auch jene Substanz, die Süchtige am liebsten nehmen würden. Aber das ist nicht der ausschlaggebende Faktor. Nur deswegen einen größeren Aufwand zu betreiben, so wie es jetzt in Deutschland der Fall ist, scheint mir nicht angemessen: Nicht nur das Forschungsprogramm im Vorfeld war aufwändig, sondern auch die Sicherheitsauflagen sind es. Das Diamorphin wurde etwa direkt von den Pharmafirmen mit Geldtransportern angeliefert. Das ist nicht nur aufwändig, sondern auch teuer. Deshalb muss man sich fragen, ob das dafür steht, nur weil es vielleicht eher den Vorlieben der Süchtigen entspricht. Ich glaube nicht daran, dass allein die Substanz der entscheidende Faktor ist. Viel wichtiger ist die Frage, intravenöse Substitution, ja oder nein.

derStandard.at: Und? Ja oder nein?

Michael Dressel: Ich bin weder Arzt noch Chemiker, aber ich bin dafür, dass das Thema auf einer rein sachlichen Ebene diskutiert wird und nicht auf der politischen. Zur Drogensituation glaubt jeder - angefangen von ewiggestrigen Law and Order Ideologen über Scientology bis zu anderen selbsternannten Expertinnen und Experten - etwas beisteuern zu können. Das gehört zur Problematik dazu, dass es, wenn es um Drogen geht, auch um Ideologien geht. Ich stehe für eine möglichst unaufgeregte pragmatische Herangehensweise.

derStandard.at: Wird es also in Zukunft auch in Wien intravenöse Substitution geben?

Michael Dressel: Wir sind gerade dabei, uns die Situation anzusehen. Ich finde, dass es diesbezüglich keine Tabus geben darf. Wenn sich herausstellt, dass es eine Patientengruppe gibt, die man dadurch von der Straße weg und in eine Betreuungseinrichtung bekommen kann, finde ich, dass wir diesen Weg gehen sollten. Das Ziel ist immer, die Leute in Behandlung zu bekommen, weg von der Strasse, weg von der Kriminalität und sie zu stabilisieren, und besonders die Gruppe der exzessiv Konsumierenden.

derStandard.at: In Deutschland wurde viel über eine mögliche Signalwirkung auf die Drogenszene diskutiert. Welche Auswirkungen könnte das Angebot einer intravenösen Substitution haben? Dass bisher oral Substituierte umsteigen möchten?

Michael Dressel: Das ist eine der Herausforderungen, vor denen wir stehen und vor denen auch die Deutschen stehen. Deshalb haben sie ja auch so strikte Zugangsbeschränkungen für die Programme eingeführt. Es wäre schließlich nicht im Sinne des Erfinders, dass die, die mit oraler Behandlung sowieso schon gute Ergebnisse erzielen, auf intravenös umsteigen. Das soll nicht passieren. Allerdings sehe ich diese Gefahr nicht. Es ist eine Frage des Zugangs. Aber in diesem Bereich evaluieren wir gerade die Möglichkeiten.

derStandard.at: Welchen Einfluss haben Sie auf die Gesetzeslage?

Michael Dressel: Als Wiener Drogenkoordinator habe ich eine nicht ganz unwichtige Stimme - auch im Konzert der Bundesländer. Obwohl es sicher Länder geben wird, die nicht mitziehen werden wollen. Dadurch, dass Drogenpolitik auf Landesebene umgesetzt wird, spielen die Länderinteressen eine große Rolle. Spannend wird es in der Durchsetzung: Da wird es sicher gröbere Diskussionen geben. Aber es sind schon oft Diskussionen geführt worden und ich bin da optimistisch. Allerdings muss eine Kosten-Nutzen-Rechnung gemacht werden. (derStandard.at, Birgit Wittstock, 12.08.2009)

 

Zur Person:
Michael Dressel (52) ist seit April 2003 Geschäftsführer der Sucht- und Drogenkoordination Wien. Der diplomierte Sozialarbeiter und Psychotherapeut war unter anderem für den Psychosozialen Dienst der Stadt Wien (PSD) tätig, baute Projekte wie den "Ganslwirt" und den "Spritzentauschbus", sowie die Anlaufstelle der Streetworker am Karlsplatz auf. Dressel ist "Master of Arts" der University of North London und absolvierte das Programm der europäischen Union und des Europarates "Comparative Social European Studies" in Maastricht (NL).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
1 2
Otsch1
 
30
16.8.2009, 14:08
Seltsam ist,

dass "Watschen auf Krankenschein" nicht diskutiert wird!

M L3
00
Stimmt, sie wären ein Kandidat dafür - man sollte das dringend testen

Leider wurde dieser Postingname schon vergeben
02
13.8.2009, 18:13
In der Schweiz werden sowohl retardierte Morphine als auch Diacetylmorphin

zur Behandlung verwendet - seit Jahren und mit Erfolg! Die Schweiz und, soviel ich weiss, die Niederlande haben das progressivste Subsitutionstherapiegesetz weltweit - dort könnte man sich das Know-How holen. Ich versteh nicht ganz weshalb hier Deutschland als Beispiel herangezogen wird, da die Versorgungssituationen Ö:D wirklich unterschiedlich sind.

Student der Magie
02
13.8.2009, 17:17
Die ganze Drogendiskussion wird völlig unerhrlich geführt:

Das beginnt damit, dass sich viele Geheimdienste erstens damit viele ihre "Missionen" finanzieren, auch weil man dem Staat keine Rechenschaft ablegen muss, da kein Steuergeld geflossen ist.

Andererseits haben sehr mächtige Staaten das Interesse daran, dass in anderen Staaten möglichst viele Menschen Drogen konsumieren, was den Staat und die Wirtschaft schwächt.

Auch im jeweils eigenen Land dienen verschiedene Drogen dazu die Menschen unten zu halten.

Zusätzlich verschafft man durch eine sinnlose Illegalität (weils die, die es nehmen wollen auch so nehmen) dem "Bösen" eine Menge Geld, was die Staaten dann dafür erst aufbringen müssen um selbes zu bekämpfen. Aber wie sich zeigt, sind diese beiden Seiten wohl ohnehin verflochten;)

Ballaballa
03
13.8.2009, 15:52
Schon witzig

dass sich die Pharmafirmen am Diamorphin sich eine Goldene Nase verdienen, obwohl das Zeug billigst aus Opium hergestellt werden kann.

Zentralkomittee
 
00
17.8.2009, 10:50
Es wird nach wie vor von opium hergestellt.

Eine totalsynthese ist bestimmt viel teurer als mohn zu ernten und daraus morphin zu gewinnen. Die irreführende formulierung im artikel "... den synthetischen Heroinwirkstoff Diamorphin..." ist wirklich ein meisterwerk, denn heroin und diamorphin sind trivialnamen für den selben wirkstoff, und der heisst diacetylmorphin und dieser ist immer synthetisch, weil er in der natur nicht vorkommt und wird aus opium (bzw morphin, was aus opium gewonnen wird) hergestellt.

birka
01
13.8.2009, 18:05

Jedes medizinische Schaß-Produkt ist teuer (bzw überteuert). Ob das jetzt destilliertes Wasser (was ja theoretisch jeder selber herstellen könnte) oder irgendein Haken für eine OP (was ja nur "besseres" Besteck ist).
Gibt halt unzählige Auflagen, Qualitätsstandards etc die erfüllt werden sollen. Beim Heroin muss die Firma sicher auch dafür garantieren dass nichts bei der Produktion veschwindet, etc etc. Und natürlich, Gewinn wollen die auch machen. So wie jeder andere auch!

Markus1975
00
13.8.2009, 22:35
also das kann man so nicht sagen

Ich glaube die Firmen machen mit den Substitutionspräparaten nicht den fetten Gewinn, weil, so denke ich da die Absatzzahlen nicht stimmen würden, weil es einfach zu wenig Patienten dafür gibt, hoffe ich zumindest. Destilliertes Wasser im pharmazeutischen Sinn kann auch nicht jeder herstellen, zumindest nicht das Wasser für Injektionszwecke. Und das die Pharmaindustrie mit den Krankheiten verdient ist auch irgendwo klar, die meisten entwickeln ja auch die Arzneimittel. Mich würde interessieren, ob da auch der Bartenstein mit Lannacher abschöpft, der steckt kein Geld in die Forschung, verscherbelt Generika und die Qualitätsstandards bei der Lannacher sind auch unter jeder Kritik

Markus1975
28
13.8.2009, 15:45
erschreckend

oder lustig oder mal wieder so typisch Österreichisch:
Zitat: Ich bin weder Arzt noch Chemiker, ... noch ist er Physio- oder Toxikologe, also wovon hat er denn dann Ahnung bitte. Haupsach er redet mit und will Diskussionen auf sachlicher Ebene fürhen, hat davon allerdings keine Ahnung sondern nur eine (woher die auch immer kommen mag [vielleicht von der Partei]) Meinung. Er kann ja auch die Fragen nicht beantworten, wie denn auch ohne sachlich fundierte Meinung ... Das sind alles Null Nummern das is fürchterlich

birka
00
13.8.2009, 18:14

Ich finds ehrlich gesagt positiv dass er sagt dass er es nicht weiß und dass man sich momentan die Situation ansieht. Eine sachlich fundierte Meinung saugt man sich nicht aus den Fingern nur weil man grad interviewt wird sondern die bildet man sich indem man die Fakten anschaut. Kein Chemiker oder Arzt wird dir die Auswirkungen einer Heroin-Substitution auf eine Großstadt voraussagen können!

Markus1975
00
13.8.2009, 22:26
Es ist schon mutig

die eigene Ahnungslosigkeit zuzugeben, das stimmt. Nur ist er der Meinung, obwohl er das, wie auch ein Arzt oder Chemiker, nicht weiß, dass er an dem etablierten Procedere nix ändern will, weil es ja eh nicht besser würde. Aus meiner Sicht müsste er eben auch die Studien durchführen um ein Resultat zu haben. Nur das scheint auch irgendwo die Pharma Industrie dahinter zu stehen. Es sind nämlich alle momentanen Substitutionsmittel wesentlich teurer als der Vorschlag aus Deutschland, das ist der Punkt. Und ich denke er sollte sich, bevor er solche Schlüsse zieht, eine fundierte Meinung bilden, nämlich sich die Fakten anschauen, bevor er plappert.

projektxat
 
00
13.8.2009, 17:53
Schau mal den Absatz "Zur Person" an...

Pi Quadrat
10
13.8.2009, 17:07
Schliesse mich Ihrer Meinung an!

Was macht er dann in der Position, wenn nicht einmal eine Meinung zu irgendwas hat? ... Vielleicht ist er aber GERADE DESWEGEN in der Position.

little nest of vipers
03
13.8.2009, 15:32
solange die menschen sich nicht fühlen wie die menschen in der werbung benötigen sie berauschung

drogenpolitik bedarf einer gründlicheren revision. alle indices zeigen daß sowohl produktion als auch umsatz bei aller repression und prohibition gestiegen sind; der krieg gegen die drogen ging verloren.

Waldorf
 
03
13.8.2009, 15:14

Legalisiert lieber mal Gras, bevor ihr über soetwas nachdenkt. -.-

Einst Erwin, jetzt wieder Hund...
00
13.8.2009, 18:26
Dort liegt das Problem nicht.

Das hat damit überhaupt nichts zu tun.

da dude
00
13.8.2009, 17:52

Viel zu stark, das Zeug.

heri byrd
51
13.8.2009, 14:43

"In Wien werden gegenwärtig an die 7.000 Süchtige substituiert - ausschließlich oral - und wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht..."

der Herr fährt wohl seltenst U-Bahn...

Bianka G
01
13.8.2009, 14:16

Die Schätzung, 500 Personen (bei 7000 Substituierten) welche intravenös konsumieren, ist gelinde gesagt mehr als optimistisch.

helge schneider
01
13.8.2009, 13:29
und kein wort ueber substitol

das in oesterreich sicher mehr leute toetet als heroin. die szene am karlsplatz ist immer noch voll da und substitol, nicht benzowasweissich gibts da immer wieder in der zeitung zu lesen.
will uns der einlullen?
methadon hat seine bewiesenen nachteile, kein wort davon.
aber allles was von woanders kommt ist ein schaas, wir oestereicher ham alles im griff.

in wien gibts aber soooo viel drogen, braucht mir keiner was erzaehlen von 500 usern als harter kern, des werden eher 5000 sein.

Leukozyt
 
09
13.8.2009, 12:36
Der Dressel

ist entweder von der ÖVP trainiert worden, der er ist ein Fan der Schüssel-Rhetorik. Eine Frage, keine Antwort, nachgefragt, keine Antwort. Wieder nachgefragt, immer noch keine Antwort, Interviewer gibt auf.

Natürlich würde eine Legalisierung (in verschiedensten Kontexten der Drogenbenutzung) eine qualitative Verbesserung mit sich bringen. Die feinen Modalitäten (etwa oben diskutierte Substituierungsstoffe) müssen halt geklärt werden, aber da hilft es nciht, ewig nur auszuweichen.

Wundert mich nicht, daß der Typ einen wichtigen Posten innehat. Würde er Klartext reden, wäre er schon lange draußen...

Stahlhoden
03
13.8.2009, 13:22

Jaja, Drogenkoordinatoren und Experten unter sich: "den synthetischen Heroinwirkstoff Diamorphin"

Was sagt und das Internet dazu

"Freiname Diacetylmorphin
Andere Namen
* Heroin
* Diamorphin
* (5a,6a)-7,8-Didehydro-4,5-epoxy- 17-methylmorphinan-3,6-dioldiacetat "

Entweder haben diese "Experten" echt überhaupt keine Ahnung oder die Bevölkerung soll wieder einmal verarscht werden!

birka
00
13.8.2009, 18:42

Nur so zur Information: Du zitierst hier den Reporter, nicht den "Experten".

Und was genau kritisierst du? Heroin = Handelsname eines Medikaments (bzw Droge), Diamorphin = Name des Wirkstoffs. Ist doch kein Problem?

Stahlhoden
00
13.8.2009, 23:18

Diamorphin = Heroin!

Frohsinns dicke Katze
 
00
13.8.2009, 16:46

inwiefern ist "synthetischer Heroinwirkstoff Diamorphin" falsch?
heroin ist normalerweise nicht hunderprozentig rein und das auf der straße schon gar nicht. der wirkstoff bleibt aber eben das diamorphin und nicht die streckstoffe (no na) und er wird halt eben synthetisiert anstatt auf basis von mohn/opium hergestellt. klar, boese pharmafirmen mit guter lobby, aber inwiefern sind die "experten" jetzt ahnungslos?

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