Opec rechnet weiter mit steigendem Ölbedarf 2010

11. August 2009, 15:14
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Organisation Erdöl exportierender Länder sieht wachsenden Bedarf heuer nur in Mittelost, China und Afrika

Wien - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) geht weiterhin davon aus, dass der weltweite Ölbedarf im kommenden Jahr leicht anziehen wird. 2010 werde die tägliche Nachfrage im Schnitt um 500.000 Fass auf 84,41 Mio. Barrel ansteigen, erklärte die OPEC am Dienstag in ihrem neuen Monatsbericht. Für heuer rechnet die Organisation - ebenfalls unverändert - mit einem Rückgang um 1,65 Mio. auf 83,91 Mio. Barrel pro Tag. In den OECD-Staaten dürfte die Nachfrage auch 2010 noch leicht sinken nach einem stärkeren Minus heuer. 2009 wächst der Bedarf nur in Mittelost, China und Afrika.

Märkte reagieren enttäuscht

Die unveränderten OPEC-Prognosen wurden am Markt mit Enttäuschung aufgenommen. Experten hatten wegen der verbesserten Konjunkturaussichten laut Reuters mit einer Aufwärtsrevision der Schätzungen gerechnet. Zudem werde die Nachfrage nach OPEC-Öl im kommenden Jahr stärker fallen als zuvor von der Organisation in Aussicht gestellt worden war, nämlich um weitere 0,5 Mio. auf 28,0 Mio. Fass täglich. Die OPEC begründete dies mit einem höheren Angebot von Nicht-Mitgliedern und einer nur langsamen Wirtschaftserholung. Für heuer rechnet die Organisation mit einem Rückgang der Nachfrage nach OPEC-Öl um 2,3 Mio. auf 28,4 Mio. Barrel pro Tag.

Der OPEC-Ölpreis ist zuletzt am Montag leicht gesunken. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel (159 Liter) im Durchschnitt 71,68 Dollar (50,47 Euro). Das waren um 28 Cent weniger als am Freitag.

Ölpreise steigen

Am heutigen Dienstag sind die Ölpreise leicht gestiegen. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im September verteuerte sich bis mittags um 14 Cent auf 70,74 US-Dollar (49,81 Euro). Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im September kletterte um 15 Cent auf 73,65 Dollar (51,86 Euro).

Der Ölpreis habe zuletzt kaum noch von positiven Nachrichten profitiert, erklärte die Commerzbank am Dienstag in einer Studie. So seien die Rohölimporte nach China im Juli auf 4,62 Mio. Barrel pro Tag gestiegen und lagen damit um 42 Prozent höher als im Vorjahr. Dies entspreche dem stärksten Anstieg seit fünf Jahren. Dieser lasse sich aber nur bedingt auf eine stärkere inländische Nachfrage zurückführen, schrieb die Commerzbank laut dpa-AFX. China verarbeite derzeit deutlich mehr Rohöl als es selbst benötige, was die rekordhohen Rohölimporte relativiere. (APA)

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