Auch Vorwurf der Tierquälerei erhoben

11. August 2009, 15:08
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Mastschweine sollen bei "Tierbefreiung" in Panik versetzt worden sein

Wiener Neustadt - Der exakt 218 Seiten dicke Strafantrag gegen die Tierschützer, die sich im Herbst im Landesgericht Wiener Neustadt vor einem Einzelrichter zu verantworten haben werden, enthält auch den Vorwurf der Tierquälerei.

Indem die Aktivisten "in einem noch festzustellenden Zeitpunkt" zwischen dem 30. und 31. März 2008 das eiserne Tor zu einem Schweinestall in Bad Fischau-Brunn (Bezirk Wiener Neustadt-Land) aufbrachen, sollen sie 400 Mastschweine in Panik versetzt haben, heißt es darin.

In weiterer Folge hätten sie die Tiere "unnötiger Qualen ausgesetzt", zumal diese "nicht in Freiheit zu leben imstande waren".

Laut Strafantrag soll der Großteil der befreiten Schweine verendet sein. Inkriminierter Schaden in diesem Faktum: 5.120 Euro.

Die gravierenderen, ein mögliches Strafausmaß von bis zu fünf Jahre Haft begründenden Anklagepunkte lauten - wie berichtet - auf Bildung einer kriminellen Organisation im Sinne des "Mafia-Paragrafen" § 278a Strafgesetzbuch (StGB), teils versuchte und teils vollendete schwere Nötigung und schwere Sachbeschädigung.

Zu einzelnen, ursprünglich den zehn betroffenen Aktivisten zugerechneten Sachbeschädigungen hat die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt sogenannte Teileinstellungen vorgenommen. Diese beziehen sich auf die Beschädigung einer Filiale der Firma "Kleiderbauer" vom 1. Dezember 2006, eines weiteren Geschäfts sowie des Pkw einer Angestellten einer Textil-Kette. Auch eine "Befreiung" von Nerzen wurde eingestellt. Weiters sind Aktionen in Schweden und Amsterdam nicht Gegenstand der Anklage, da diesbezüglich "die Täterschaft nicht nachweislich" sei, wie im Strafantrag vermerkt wird.

Da es sich um keine Anklageschrift handelt, ist gegen das Schriftstück keine Einspruchsmöglichkeit vorgesehen. Der Strafantrag erwächst ab Zustellung in Rechtskraft. Nach Informationen der APA dürften die Anwälte der Betroffenen diesen noch im Verlauf des Dienstagnachmittag erhalten. Offizielle Bestätigung war von den maßgeblichen Stellen dafür vorerst keine zu erhalten. (APA)

 

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