Staatsgarantie bis Mitte Dezember

11. August 2009, 15:18
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Das Finanzministerium habe dem Antrag auf Verlängerung bereits zugestimmt - "Verkaufsprozess läuft plangemäß"

Wien - Das Finanzministerium hat grünes Licht für die Verlängerung der Staatsgarantie für die im Verkaufsprozess befindliche Constantia Privatbank bis Mitte Dezember gegeben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bisher war Liquiditätsgarantie dem Vernehmen nach nur bis September gelaufen. Die Deadline für Interessensbekundungen für die Privatbank war zuletzt am 25. Juli zu Ende gegangen, nachdem zuvor die Bieterfrist mehrmals verlängert worden war.

Die bis zum Herbst 2008 der Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac gehörende kleine Privatbank steht zu je 24,99 Prozent im Eigentum der Bank Austria und der Raiffeisen Zentralbank (RZB), 23,75 Prozent gehören der Erste Bank, 15,63 Prozent der ÖVAG und 10,64 Prozent der BAWAG. Die Constantia Bank musste vorigen Oktober von den großen heimischen Geschäftsbanken aufgefangen werden.

"Verkaufsprozess läuft plangemäß"

"Die Verlängerung der Staatsgarantie schafft auch stabile Rahmenbedingungen für den Verkaufsprozess unseres Bankgeschäfts", erklärte Helmut Urban, Sprecher des Vorstands, am Dienstag. Der Verkaufsprozess der Constantia Privatbank laufe "plangemäß", in den Gesprächen mit Interessenten würden rechtliche Fragen erörtert.

Es ist dies der insgesamt dritte Anlauf binnen weniger Jahre, die kleine Bank zu verkaufen. Nach Aussagen aus dem Frühjahr hätte die Bank eigentlich bis Sommer verkauft sein sollen.

Unsicherheit über Risiko aus Immofinanz-Geschäften

Zum Verkauf stehen die Kapitalanlagegesellschaft und die Kundenkonten samt Assets der Constantia Privatbank, die risikobehafteten Immobiliengeschäfte wurden in die "Aviso Delta" ausgegliedert. Potenzielle Bieter sind sich offenbar aber nicht sicher, ob mit der Ausgliederung des Immofinanz-Managements tatsächlich alle juristischen Gefährdungen für die restlichen Teile beseitigt sind.

Immofinanz-Chef Eduard Zehetner hatte erst Anfang August die Forderungen seines Unternehmens gegen die Bank mit 250 Mio. Euro beziffert und sich als "größter Gläubiger" an einer Übernahme (der guten Teile) der Bank interessiert gezeigt. Die Assets der Constantia Privatbank schätzte er auf nur 160 bis 180 Mio Euro. Urban gab sich am Dienstag "überrascht" darüber: "Bis heute sind uns gegenüber keinerlei solche Ansprüche konkretisiert worden."

Die Forderungen stammen aus der Immofinanz/Immoeast-Affäre die gerade gerichtlich untersucht wird. In dem schwer überschaubaren Skandal ging es u.a. darum, dass Gelder aus Immoeast-Kapitalerhöhungen in Höhe von rund 500 Mio. Euro über die Bank abgezogen und danach in schief gegangenen Spekulationsgeschäften versickert sind. (APA)

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