MAK startet neue Offensive für Flakturm-Umbau im Arenbergpark

11. August 2009, 13:40
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Bezirksvorstehung macht wenig Hoffnung - Bürgerinitiative gegen Contemporary Art Tower (CAT) weiter aktiv

Das Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK) läutet eine neue Runde im Kampf um den von ihm geplanten Ausbau des Flakturms im Arenbergpark zu einem Contemporary Art Tower (CAT) ein: Da die Stadt im April die für das Projekt notwendige Flächenwidmung bis zur Abhaltung einer Volksbefragung ausgesetzt hat, sammelt das MAK nun Unterschriften für die Wiederaufnahme der Flächenwidmung und übt Kritik an der Politik. Auch die Anrainer machen weiter mobil, während sich die Bezirksvorstehung skeptisch zum Projekt äußert.

In jedem Falle scheint die Situation verfahren. Der begleitende Agendaprozess sei nicht am Museum gescheitert, unterstrich Barbara Redl vom MAK gegenüber der APA. Man sei zum politischen Spielball geworden und kämpfe nun, um die öffentliche Meinung für den CAT einzunehmen. Schließlich hoffe man sehr, dass eine Befragung noch heuer stattfinden werde.

Frage der Finanzierung

Diese Hoffnung teilt SPÖ-Bezirksvorsteher Erich Hohenberger nicht. "Eine Klärung, wie die Finanzierung aussehen soll, ist eine unabdingbare Bedingung für eine Befragung." Und daran werde man wohl hängen, wobei auch noch Verkehrsfragen geklärt werden müssten. Bei allem Vertrauen zu MAK-Direktor Peter Noever wisse man ja nicht, wie lange dieser noch im Amt sei und wer nachfolge. Womöglich werde das Projekt dann privat verkauft oder bis in die Nacht für Barbetrieb genutzt. Dies müsse alles geklärt werden - "wenn wir uns schon mit den Anrainern herumstreiten".

Nach Vorstellungen Noevers sollen Bund und Stadt je 3,5 Mio. Euro für das Vorhaben zuschießen. Dazu wirbt der Museumschef unter cat.mak.at für seinen Plan, im seit 1995 genützten MAK-Gegenwartskunstdepot eine Sammlung des 21. Jahrhunderts auf 12.900 Quadratmetern Ausstellungsfläche aufzubauen und den Gefechtsturm zu adaptieren.

"Medien- und Versorgungsturm"

Noevers Ideen beinhalten einen 90 Meter hohen "Medien- und Versorgungsturm" neben dem Bauwerk, dessen filigrane Stahlkonstruktion einen Aufzug, Fluchttreppen und mobil einschiebbare Bürocontainer vorsieht. Das Gesamtprojekt, das unterschiedlichste Zugänge und Kunstformen umfasst, soll Studios, Workshops und verschiedene informelle Treffpunkte für neue und traditionelle Medien bieten, weiters ein Auditorium, Ausstellungsflächen, Restaurants, ein Cafe und eine Bar.

Am 30. August lädt man unter dem Titel "Flak4Family" zur Familieninfo in den Flakturm und sammelt weiter Unterschriften. Im Begleittext zur Unterschriftenliste, auf der sich bereits knapp 850 Personen verewigt haben, kritisiert Noever die Politik, die gefordert sei, die Flächenwidmung wieder aufzunehmen: "Nach einer anfänglich euphorischen Haltung gegenüber CAT sah sich das MAK immer wieder mit einer verhaltenen Vorgangsweise der Politik hinsichtlich der Projektrealisierung konfrontiert. Aus rein lokalen Überlegungen heraus nun die Chance auf dieses international viel beachtete Kunstprojekt zu vergeben, wäre, wenn auch eine österreichische Lösung, ein herber Verlust für Österreich." Zugleich verwahre man sich "gegen unwahre Behauptungen" vonseiten der Anrainerinitiative. So müssten für den CAT keine Bäume gefällt und keine Parkflächen geopfert werden.

Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative, die unter http://www.rettet-arenbergpark.at/ mittlerweile 536 und per Handlisten weitere 2.696 Stimmen gegen das Vorhaben versammeln konnte, spricht sich dagegen strikt gegen eine Flächenwidmung aus. Man befürchtet den Verlust von Grünfläche und einer Ruheoase sowie eine Verkehrsproblematik durch zusätzliche Besucher. "Mit den 'Massen' besteht die Gefahr der Bettler, Diebe, Suchtszene und vieles mehr ....", heißt es. Diese Mehrbelastung würde das Klima und soziale Gefüge nicht vertragen und somit zerstören. (APA)

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