Tiefe Einblicke schlagen hohe Wellen

11. August 2009, 13:41
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"Wir haben mehr zu bieten": Deutsche Christdemokratin zeigt im Wahlkampf Einblicke ins Dekolleté - Grüne nach Plakat mit Rassismus-Vorwurf konfrontiert

Berlin (APA/dpa) - Die Berliner CDU-Politikerin Vera Lengsfeld hat im bisher recht müden deutschen Bundestagswahlkampf mit einem ungewöhnlichen Plakat Furore gemacht. Darauf ist die frühere DDR-Bürgerrechtlerin neben Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sehen - verhältnismäßig freizügig dekolletiert mit der Unterzeile "Wir haben mehr zu bieten". Das Foto der Kanzlerin mit einem tief ausgeschnittenen Abendkleid bei der Eröffnung der neuen Oper in Oslo im vergangenen Jahr hatte ein ungeheures Medienecho ausgelöst.

17.000 Klicks auf Wahl-Blog

Lengsfeld, die 1996 von den Grünen zur CDU gewechselt war, ist CDU-Direktkandidatin für den Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg. Dies Wahlkreis ist eine Hochburg der Grünen. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte der damalige Kandidat der Christdemokraten dort nur 11,3 Prozent der Stimmen geholt. "Ich musste mir etwas einfallen lassen, um in Friedrichshain-Kreuzberg überhaupt wahrgenommen zu werden", sagte die 57-jährige Lengsfeld am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Und Aufmerksamkeit zu erregen, das ist mir gelungen", so Lengsfeld. "An einem Tag hatte ich 17.000 Klicks auf meinem Wahl-Blog. Das hätte ich mit einem normalen Straßenwahlkampf nie erreicht."

Rechte fürs Foto gekauft

Ihren Wahlkampf-Gag hat die CDU-Politikerin weder mit der Landes- noch mit der Bundes-CDU abgesprochen. Das Einverständnis der Bundeskanzlerin als ihrer "Wahlhelferin" einzuholen, fand Lengsfeld nicht nötig. "Ich habe die Rechte für dieses Foto ganz offiziell gekauft. Ich habe ja nicht heimlich ein Bild von Frau Merkel geschossen und das jetzt veröffentlicht", sagte Lengsfeld.

In ihrem Wahlblog wies Lengsfeld den Vorwurf des "Sexismus" zurück. "Das ist lächerlich. Was ist an zwei Damen im Abendkleid sexistisch? Dieses Prädikat verdienen sich zahlreiche Kommentare, die ihre Schreiber entlarven", schrieb sie.

"Einzige Grund, schwarz zu wählen"

In Deutschland sorgt derzeit auch noch eine andere Partei mit einem Plakat für Aufregung. Auf einem Sujet der Grünen im rheinischen Kaarst sind zwei Hände auf einem schwarzen Frauenpopo zu sehen. Die Überschrift lautet: "Der einzige Grund, schwarz zu wählen."Die Partei sieht sich mit Rassismus und Sexismus-Vorwürfen konfrontiert.

Es handelt sich um eine eigene, regionale Plakatserie, die die Düsseldorfer Werbeagentur Ocean8 entwickelt hat und auf das Stadtgebiet begrenzt ist, ist auf der Homepage der Grünen zu lesen. "Wir sehen das Plakatmotiv durchaus als provozierendes Element im Wahlkampf. Es soll dabei keineswegs Gefühle verletzen, sondern Menschen auf Grüne Politik, auf Grüne Inhalte und das Wahlziel hinweisen", meint die Partei. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die CDU hat angeblich mehr zu bieten.

  • Die Grünen sehen schwarz.
    foto: grüne kaarst

    Die Grünen sehen schwarz.

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