Zu Urteil "neutral"

11. August 2009, 11:53
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Freundschaftsgesellschaft spricht sich gegen Kritik an Burma aus

Wien - Die "Österreich-Myanmar-Gesellschaft" verhält sich neutral angesichts der Verurteilung der burmesischen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. "Wir haben den letzten Weltkrieg erst 50 Jahren hinter uns, daher ist es nicht sehr angezeigt, auf diese Ländern mit dem Finger zu zeigen und sie zu kritisieren", erklärte der Vizepräsident der österreichisch-burmesischen Freundschaftsgesellschaft, der frühere Parlamentsvizedirektor Sigurd Bauer.

Persönlich lehne er er diese undemokratischen Methoden zwar ab, als "Gesellschaft mit rein humanitären Aufgaben" müsse sich die Freundschaftsgesellschaft jedoch möglichst neutral verhalten, erklärte Bauer. Für Europäer sei jede Einschränkung von Wahlen und das Unter-Hausarrest-Stellen der Spitzenkandidatin in höchstem Maße befremdlich, in diesen Ländern bestünden jedoch besondere Formen der Demokratie, so Bauer. Denn: "Sie machen dieselbe Entwicklung durch, die Europa durchgemacht hat, und diese Chance muss man ihnen auch lassen."

Odnung halten

Für heftige Kritik in der österreichischen Öffentlichkeit hatte die "Österreich-Myanmar-Gesellschaft" vor zwei Jahren gesorgt, als ihr Präsident Franz Gerstenbrand zur brutalen Niederschlagung der Demonstrationen buddhistischer Mönche durch die burmesische Militärjunta gemeint hatte: "Man muss eben Ordnung halten im Land". Vizepräsident Bauer hatte daraufhin erklärt, er teile die Ansichten des Präsidenten nicht.

Die 2001 gegründete Gesellschaft warb auf ihrer Homepage mit einem "sehr gutes Gesprächsklima" mit der in Burma herrschende Militärjunta, weil der Präsident jahrelang Vertrauensarzt des langjährigen Diktators General Ne Win gewesen sei. Laut Homepage bemüht sich die Gesellschaft, die "bedauerlicherweise durch die Ausgrenzungs- und Sanktionspolitik der USA und der EU angeschlagenen bilateralen Beziehungen zu verbessern". Ehrenpräsidenten der Gesellschaft sind ÖVP-Ehrenobmann Altvizekanzler Alois Mock und der jeweils in Österreich mitakkreditierte burmesische Botschafter in Deutschland. (APA)

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