Gipfelsturm der Frauen

11. August 2009, 10:19
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Franz Fuchs begleitete Gerlinde Kaltenbrunner ins Karakorum-Massiv

Wien - Die "Menschen & Mächte spezial"-Doku "Gipfelsturm der Frauen" von Franz Fuchs zeigt am Mittwoch, dem 12. August 2009, um 23.00 Uhr in ORF 2 den Gipfelsturm einer schon jetzt legendären Bergsteigerin. Die Oberösterreicherin Gerlinde Kaltenbrunner könnte die erste Frau werden, die alle 14 Achttausender erfolgreich bestiegen hat.

Zweimal versuchte sie im Juli und Anfang August 2009, den 13. Achttausender zu besteigen, zweimal musste sie wenige hundert Höhenmeter unter dem Gipfel umkehren. Die Bedingungen ließen eine Besteigung nicht zu. Es erfordert eine besondere Stärke, dem Ziel so nahe, den Mut zur Umkehr zu haben. Gerlinde Kaltenbrunner muss für heuer ihr Ziel aufgeben, als erste Frau alle Achttausender der Welt erklettert zu haben. Der K2 ist der vorletzte Achttausender, den sie bezwingen wollte. Diesmal war es nicht möglich.

Das "Menschen & Mächte"-Team um Gestalter Franz Fuchs und die Kameramänner Andreas Gradl und David Göttler begleitete die Extrembergsteigerin ins Karakorum-Massiv. Dramatische Bilder des Aufstiegs, des Kampfes gegen Schneemassen und Sturm in mehr als 8.000 Metern Höhe dokumentieren die außergewöhnliche Leistung der Bergsteigerin Kaltenbrunner und ihrer Partner.

Enorme Anstrengung

Trotz des vorläufigen Scheiterns wird derzeit bereits an ihrer Legende geschrieben. "Binnen weniger Tage kennt man sich im Basecamp. Erst recht, wenn so wie heuer, nur wenige Expeditionen den K2 im Visier haben", sagt Franz Fuchs. "Es macht wenig Unterschied, ob man Bergsteiger, Träger, Koch oder einfach ein Trekker ist. Im Norden Pakistans auf 5.000 Metern liegt das K2-Basislager. Knapp 100 Kilometer hat man in den Beinen, wenn man das Basecamp erreicht. Und wenn, wie so oft, der Flug von Islamabad nach Skardu ausgefallen ist, ist man zuvor mindestens 24 Stunden im Bus gesessen. Müde ist man bei der Ankunft im Basislager vor allem deswegen, weil die Luft schon spürbar dünner ist.

Der Körper stellt sich erst langsam auf den niedrigen Partialdruck der Höhenluft ein. Kurzatmigkeit und Atemnot werden zu lästigen Begleitern. Gerlinde Kaltenbrunner scheint immun zu sein gegen die Widrigkeiten der Natur", so Fuchs. "By fair means" - ohne zusätzlichen Sauerstoff Was bis 1978, also bis zu Messners/Habelers Selbstversuch am Mount Everest, niemand für möglich gehalten hatte, zieht die 38-jährige Gerlinde Kaltenbrunner konsequent durch. Sie verwendet für ihre Extremtouren auf die 8.000er keinen zusätzlichen Sauerstoff.

Das - und nur das - ist für die Elite der Alpinisten auch der zeitgemäße sportliche Rahmen; denn nach wie vor sind den meisten Bergsteigern die höchsten Gipfel ohne Verwendung von zusätzlichem Sauerstoff verschlossen: Der geringe Partialdruck der Luft in extremen Höhen verringert die Sauerstoffmenge, die der Lunge mit der Atemluft zugeführt wird. Dritter Versuch am K2 gescheitert Der K2, erstmals 1954 von den italienischen Bergsteigern Achille Compagnoni und Lino Lacedelli bestiegen, gilt als der gefährlichste unter den Achttausendern. Vor zwei Jahren schon war Gerlinde Kaltenbrunner am K2, damals kam sie auf 8.200 Meter, musste zweimal die Besteigung des technisch schwierigsten Achttausenders abbrechen. Heuer kehrte sie in das Karakorum zurück. Wieder versuchte sie es zweimal und musste umkehren. (red)

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