Kapitalerhöhung bei Sal. Oppenheim

11. August 2009, 10:08
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Die in Bedrängnis geratene Privatbank sammelt frisches Geld ein

Luxemburg/Frankfurt - Das angeschlagene Bankhaus Sal. Oppenheim hat sein Eigenkapital um 300 Mio. Euro erhöht. Die Maßnahme der Eigentümerfamilien des traditionsreichen Kreditinstitut finanzierte die Deutsche Bank mit einem Kredit, wie das Geldhaus am Dienstag in Luxemburg mitteilte.

Das Eigenkapital von Sal. Oppenheim beläuft sich jetzt demnach auf 2,1 Mrd. Euro. Dies entspreche einer Kapitalquote von 13,3 Prozent. Die Kapitalerhöhung sei ein "erster Schritt der laufenden, sehr konstruktiven Gespräche" mit der Deutschen Bank über einen Einstieg bei Sal. Oppenheim. Die Verhandlung über die Beteiligung laufen demnach weiter.

Sal. Oppenheim ist durch die Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten und machte im vergangenen Jahr erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges einen Verlust. Teuer zu stehen kommt dem Geldhaus zudem die 2008 eingegangene Beteiligung am Handels- und Touristikkonzern Arcandor. Das Bankhaus hält 24,9 Prozent an dem insolventen Unternehmen.

Die Deutsche Bank machte Sal. Oppenheim kürzlich ein unverbindliches Angebot für eine Kapitalbeteiligung. Deutschlands größte Geschäftsbank strebt eine Minderheitsbeteiligung an Sal. Oppenheim an. Interessiert ist das Institut vor allem am Deutschlandgeschäft des privaten Bankhauses, das seinen Sitz 2007 von Köln nach Luxemburg verlegte. Die Deutsche Bank will mit dem Einstieg ihre Position im gehobenen Privatkundengeschäft in Deutschland stärken. (APA)

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